George Orwell: 1984

Prolog

Als wir die Aufgabe der Wikirezensionen bekamen, ging ich enthusiastisch an mein Bücherregal und fing an zu stöbern. Hm, könnte das vielleicht etwas sein? Nein, erst zehn Jahre alt. Gut, dann vielleicht dieses hier? Nein, der Autor ist Deutsch- leider. So, was haben wir denn noch? Ah, da ist ja „1984“. Super, damit hab ich schon mal den ersten Titel. Und was für einen…

Inhalt

„Big Brother is watching you“ ist wohl die beste (und gebräuchlichste) Umschreibung für das Werk „1984“. Die Welt hat sich verändert, das System hat sich verändert, das System hat dich verändert. Winston Smith, der Protagonist, der genauso sympathisch ist wie eine Kartoffel, lebt in der Provinz Ozeanien, die von der Partei des GROßEN BRUDER gelenkt wird. Es gibt nur drei Parolen:

KRIEG IST FRIEDEN

FREIHEIT IST SKLAVEREI

UNWISSENHEIT IST STÄRKE

Ebenfalls sehr sympathisch. Kurz gesagt hat die Partei den Menschen ihren freien Willen gebrochen und dann ihnen gänzlich weggenommen. Doch scheinbar gibt es eine Untergrundbewegung, die sich gegen den GROßEN BRUDER stellt. Wird Winston Smith sich ihnen anschließen können? Wird er Ozeanien retten können und der Menschheit ihren freien Willen zurückbringen? Und wird er dabei glücklich mit der einzigen und wahren Liebe seines Lebens- Julia?

Ich bin wirklich nicht spielverderberisch veranlagt, aber hier schon mal die Antwort: Nein. Denn das geniale an der Untergrundbewegung ist, dass sie ebenfalls vom GROßEN BRUDER instruiert wurde und so die Leute, die solche verräterischen Gedanken hegen, überwachen und unter Kontrolle halten können. Geschickt eingefädelt, würde ich dazu sagen. Um auch auf seine Geliebte Julia zu sprechen zu kommen, während einer Folter bittet Winston darum, statt seiner Julia den Ratten auszusetzen, da er sich mit einer sehr starken Intensität vor Ratten fürchtet.

Ende

Auch bei diesem Ende wird natürlich alles gut- für den GROßEN BRUDER jedenfalls. Mr. Smith bekommt eine vollständige Gehirnwäsche und ihm geht es gut- so gut, das er den GROßEN BRUDER mit all seines verbliebenen Herzens liebt.

Autor

Oh mein Gott, was habe ich mir da für einen Titel ausgesucht? Wer schreibt denn so etwas? George Orwell, geboren 1903 in London, hat 1945 Die Farm der Tiere veröffentlicht und hat damit den Nerv der Zeit getroffen. Sein ganzes Leben lang hatte er aufs Geld schauen müssen und hat eine Zeit lang sogar als Obdachloser auf der Straße verbracht. Sein Werk „1984“ wurde dann 1949 veröffentlicht und gilt als einer der Vorreiter des Genres Sciencefiction. Das Werk veranlasste auch wohl die beliebte Realityshow „Big Brother“, aber das soll nicht unser Thema sein. Leider starb Orwell 1950 und konnte seine wohlverdienten Lorbeeren nicht mehr einstreichen.

Evaluation

Auch wenn die Geschichte zäh ist und ich das Buch liebend gern zu hundertfach aus dem Zugfenster geschmissen hätte, so hat es sich doch gelohnt, es zu Ende zu lesen und den Triumph des Systems über das Individuum zu erfahren. Außerdem gibt es neben der Handlung noch eine ganz neue Welt zu entdecken: Ozeanien. Orwell hat sich unglaublich viel Mühe gemacht, sich eigene Sprachmerkmale und Grammatik auszudenken, das nannte er Neusprech. Genial, oder? Hier folgen nun einige Beispiele meiner Lieblings Neusprechwörter, die sich- wenn ich nicht aufpasse- wohl auch in mein Sprachgebrauch einschleichen könnten: Doppelplusungut (schlecht), gutweise (wohl), Gutsex (Keuschheit) oder auch bauchfühl (blind-begeisterte Billigung).

Im großen und Ganzen kann man sagen, dass ich „1984“ gerne empfehle, allerdings nur wirklich interessierten Menschen, die ihren Horizont erweitern und die Welt aus kritischen Augen sehen oder sehen wollen. Es ist ein Gedankenschritt sich den Roman in einer ruhigen Minute mal zur Brust zu nehmen und darüber nachzudenken, in wie weit wir selbst heute von den Medien und Politikern beeinflusst werden. Dabei könnte man sich bei oder nach der Lektüre fragen: Haben wir einen freien Willen? Oder bestimmt jemand unsere Gedanken?

Karoline Fuchs

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