Nevil Shute: A Town like Alice

(deutscher Titel: Eine Stadt wie Alice)

Der Londoner Rechtsanwalt Noel Strachan erzählt die Geschichte einer jungen, ungewöhnlichen Engländerin. Vor Jahren hatte Noel ein Testament für den älteren Herren, Mr. Macfadden, aufgesetzt, der bei ihm aber mit der Zeit völlig in Vergessenheit geraten ist. Als Mr. Macfadden 1948 stirbt, liegt es an Noel einen Erben ausfindig zu machen.
Die letzte noch lebende Erbin ist Jean Paget: eine 27-jährige Frau, die als Stenotypistin in einem Londoner Unternehmen tätig ist.
Noel arrangiert ein Treffen mit Ms. Paget und klärt sie über ihre Erbschaft auf. Da Jean bis zu ihrem 35. Geburtstag keine eigene Verfügung über das Vermögen hat, verwaltet Noel solange ihr Geld.
In der folgenden Zeit unternehmen die beiden viel zusammen und eine wunderbare Freundschaft entwickelt sich.
Jean öffnet sich nach und nach ihrem neu gewonnenen Freund und erzählt ihm, was ihr vor einigen Jahren in Malaysia widerfuhr:

Jean, die einen Teil ihrer Kindheit in Malaysia verbrachte und daher auch der Sprache mächtig war, kehrt in ihrer Jugend, in den 30er Jahren, in das ferne Land zurück, um dort ihre ersten beruflichen Schritte zu tun. Kurz vor ihrer geplanten Rückreise nach England, wird sie, zusammen mit einer Gruppe von Frauen und Kindern, von japanischen Soldaten gefangen genommen. Die Gruppe soll zig Meilen marschieren, um ins nächste Gefängniscamp für Frauen zu gelangen. Im nächsten Ort angekommen stellt sich heraus, dass es dort überhaupt kein Camp gibt. Von Ort zu Ort, von einem japanischen Offizier zum nächsten – So beginnt ein monatelanger Gewaltmarsch quer durch das tropische Land. Viele Frauen und Kinder sterben, die Gruppe halbiert sich. Nach ein paar Monaten trifft die Gruppe auf Joe, einen jungen Gefangenen aus Australien. Joe versorgt die Frauen mit gestohlener Seife, Medizin und Lebensmitteln. Die Frauen hatten bisher seit Monaten nur Reispampe und Fischsuppe gegessen. Joe und Jean freunden sich an und verbringen einige Abende miteinander. Joe erzählt ihr viel von seinem Leben als „Ringer“ auf der Rinderfarm „Wollara“ im heißen Zentrum Australiens.
Joe wird mit der Unterstützung der Frauen etwas übereifrig und stiehlt ein paar Hühner.
Wie sich jedoch kurz darauf herausstellte, gehörten die Hühner einem der wichtigsten und mächtigsten Offiziere der japanischen Armee, der den ganzen Ort auf den Kopf stellte um den Dieb zu fassen. Joe wird mit Nägeln in den Händen gekreuzigt, brutal geschlagen und dort hängend dem Tode überlassen. Jean und die anderen Frauen ziehen völlig entkräftet und hoffnungslos, nur noch von einem japanischen Soldaten bewacht, in den nächsten Ort. Als dieser dort stirbt, bleibt die Gruppe in dem malaiischen Dorf, wo sie friedlich mit den Bewohnern zusammen leben und auf den Reisfeldern arbeiten. Dort leben und arbeiten sie für drei Jahre bis der Krieg schließlich endet.

Als Jean von dem ihr hinterlassenen Vermögen erfährt, weiß sie sofort was sie mit einem kleinen Teil des Geldes tun möchte. Sie beschließt zurück nach Malaysia zu fliegen, um dem kleinen Dorf, in dem sie so lange Zeit lebte zu helfen, einen Brunnen und ein Waschhaus zu errichten. Die Frauen im Dorf können es kaum fassen.
Sie kommt mit den Arbeitern, die den Brunnen bauen, ins Gespräch und erfährt das Joe damals nicht gestorben ist, sondern in ein Krankenhaus eingeliefert wurde. Was danach mit ihm geschehen ist, oder ob er da immer noch liegt, weiß niemand. Jean macht sich auf den Weg ins Krankenhaus, um dort die Mitarbeiter nach dem Australier zu fragen. Es stellt sich heraus, dass er nach dem Ende des Krieges wieder nach Australien gebracht wurde.
Kurzentschlossen bucht Jean einen Flug nach Australien. Nach einer anstrengenden Reise von Darwin bis Alice Springs, die schöne Stadt, von der ihr Joe immer erzählte, muss sie jedoch erfahren das Joe schon lange nicht mehr in Wollara arbeitet. Er soll jetzt Manager einer Farm in Willstown sein, ein winziges Dorf in Nord-West-Queensland. Sie reist nach Cairns, ungefähr 2000 km von Alice Springs entfernt, um dort dann von einem Postflugzeug nach Willstown mitgenommen zu werden. Dort angekommen, muss sie erfahren, dass Joe nach England gefahren ist… und zwar um sie zu sehen. Zur selben Zeit, als Jean erfahren hat, dass Joe damals nicht gestorben ist, findet Joe heraus, dass Jean nie eine Mrs. Paget, sondern immer eine Ms. Paget gewesen ist.
Jean ist also bei Joe zu Hause und Joe macht 16.0fand00 kilometerweit entfernt die Bekanntschaft mit Noel Strachan. Noel schickt Joe mit den Worten er würde zu Hause „eine große Überraschung vorfinden“ nach Australien zurück.
Während Joe sich auf dem Schiff befindet, lebt Jean sich in Willstown ein. Sie erfährt, dass die jungen Frauen Willstown verlassen, um in größeren Städten einen Job zu finden. In Willstown gibt es nur ein pfandfandfandfandaar Häuser, ein Hotel und eine Post. Da die jungen Frauen immer fortgehen, kann sich aus Willstown kein größerer Ort entwickeln. Jean, die in London in einem Unternehmen arbeitete, dass Schuhe und Handtaschen aus Krokodilleder herstellt, findet an der Idee gefallen, einen Workshop in Willstown aufzumachen, um ein paar jungen Frauen einen Arbeitsplatz zu ermöglichen. Als Joe schließlich in Australien ankommt, ist sie schon dabei große Pläne zu schmieden. Sie weiß, wenn sich Willstown nicht ändert, wird es schwierig werden hier ein Leben lang als Frau an Joes Seite zu überleben. Mit Joes und Noels Hilfe, der das nötige Kapital aus Jeans Erbe locker macht, schafft sie es schließlich zuerst den Workshop, dann einen Eisladen aufzumachen. In der Zeit darauf bereichert sie Willstown durch einen Swimming Pool, einen Haarsalon und ein Modegeschäft. Immer mehr Mädchen bleiben in und kommen nach Willstown.
Jean hat es geschafft – sie hat aus Willstown eine Stadt wie Alice geschaffen.


Ein großartiges Buch! A Town like Alice ist eine schöne, aber überhaupt nicht kitschige Liebesgeschichte. Am Ende des Romans wird es noch einmal richtig spannend, als ein dramatischer Unfall am Rande von Joes Farm passiert. Es geht aber schließlich alles gut aus, und ein Happy End ist doch immer wieder schön!
Die Menschen in Australien werden wunderbar beschrieben, vor allem die Queenslander in ihrer ganz speziellen Art. Da ich ja mit einem Queenslander verheiratet bin, in einem halben Jahr nach Queensland ziehen werde und auch schon einige Orte, die in dem Roman eine Rolle spielen, besucht habe, war es für mich natürlich besonders aufregend diesem Roman zu lesen.
Ich habe den Roman im Original auf Englisch gelesen und musste doch immer wieder schmunzeln, wenn ich über typisch australische Wörter wie „tucker“ (etwas zu Essen) stolperte.

Annabell Willcox, 10.02.2014, 20:10

Fotos: November 2011 auf der „cattle farm“ vom Großvater meines Mannes


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