Jacques Tardi: Adeles ungewöhnliche Abenteuer - Adele und das Ungeheuer

Vorgestellt von Maité Morisset

Portofolio des Autors von seinem Schweizer Verleger „Edition moderne“ :https://www.editionmoderne.ch/de/68/autoren/41/jacques-tardi.html

zum Autor: Jacques Tardi ist 1946 geboren und verbringt seine frühe Kindheit in Nachkriegsdeutschland wo sein Vater Militär war.Es ist aber überwiegend das Ungeheuer der erste Weltkrieg wo sein Großvater gedient hatte ,was ihm tief schockiert und was zu seinem Hauptmotive in seiner schöpferi- sche Arbeit bilden wird.Nach seinem Kunststudium in Lyon und Paris arbeitet er an Comic-Strip 1969 in der Jugend-Magazine Pilote. Erst 1972 erscheint seine erste lange Geschichte und ab 1976 arbeitet er an dem Zyklus „ Adeles ungewöhnliche Abenteuer“ bei Casterman Verlag. Er erzielt damit schnell populären Erfolg und schreibt 1998 der neunte und letzter Band dieser Serie immer noch bei Casterman. Parallel dazu bearbeitet Tardi sowohl verschiedene Geschichten aus dem pariserischen Nestor Burma Zyklus von Léo Malet, als auch andere kriminal Romanen, stets mit Erfolg. Tardi illustriert zahlreiche Bücher, Gesellschaftsspiele und seine Arbeit wurde mit verschiedenen Preise belohnt ,wie der Eisner Award in 2011 und 2014, eine der wichtigste Aufzeichnung für Comic- Illustratoren in den USA.


Tardi Jacques: „Adeles ungewöhnliche Abenteuer- Adele und das Ungeheuer“. Edition moderne,Zürich;96 Seiten. Originalausgabe „Adèle Blanc-Sec-Adèle et la Bête“.Casterman, Paris,1976.


Zum Buch: Adèle lernen wir erst ab Seite 12 kennen, nachdem ein Pterodacktylusei ausgebrütet ist in einem Pariser Museum.Das Flugsaurier schwebt über Paris und greift ein Taxi an, der in der Seine stürzt.Zwei Menschen kommen ums Leben in dem Unfall.Die Medien veröffentlichen die Information aber erst als der Präsident, höchstpersönlich dieses Geschöpf vor seiner Fenster fliegen sieht, wird der unfähige Inspektor Caponi mit dem Auftrag betraut. Adèle trifft selbstverständlich auf dieses Ungeheuer und wird in unfassbaren Geschichten verwickelt . Wie viele Unschuldigen werden noch von dem Pterodaktylus aus dem Leben gerissen? Wird sich unsere Heldin doch in den netten und nützlichen Zborowski verlieben? Und warum entführte Adèle Edith Rabatjoie? So viel Fragen und noch viele mehr erwartet den Leser in diesem Autoren-Comic. Der erster Band dieser Abenteuer der waghalsige Adèle treibt den Leser in einer hochspannende Ermittlung im Herzen von Paris hinein drei Jahren vor der erste Weltkrieg.

Die Kulisse sind detailgenaue gezeichnet und eine grundlegende Teil der Erzählung. Nicht umsonst ist eine Postkarte eines Boulevards als Flächendeckende Motive für die Spiegel und Fliegendeblätter gewählt worden.Genauso wie manche Kriminal Geschichten sich in einem geographischen Orte verwurzeln, wird hier Paris als Räumlichkeit des Geschehens inszeniert.Bedeutsame ist es auch, dass die überwiegende Mehrheit der Seiten eine Illustration wichtige Bauten der Hauptstadt Frankreichs enthält.Überhaupt steht Paris für das gemeinsame Erzählfluss in alle Bände dieses Zyklus.

Die Figuren sind leicht karikaturistisch gezeichnet.Panel-Grind und Sprechblasen sind eher klassisch gehalten bis auf einige Vignette die filmische Effekte erzeugen.Zahlreiche Bildunterschrift wirken wie ein Off-Text und vermitteln Information über die Handlung. Mit ihrem schwarzen Humor ist Adéle ein inhaltliche hochspannende Figur, weit weg von allen Frauenklischees hat Tardi ein markante Heldin entworfen die durch ihrer Tapferkeit und ihrer Intelligenz hochgefährliche Situationen lösen kann. Zwischen Roman noir, Schauerroman und Abenteueroman verwischt Tardi die Spuren zwischen den Genren und vermittelt dem Betrachter sowohl seine Abscheu vor der Gewalt aller Arten als auch sein Misstrauen dem Staat gegenüber. Eine spannende ,unterhaltsame Erzählung.

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