Lewis Carroll: Alice im Wunderland

Vorgestellt von: Elisabeth H.

Alice Im Wunderland – Lewis Carroll (Originaltitel: Alice's Adventures in Wonderland; erschienen: 1865)

Ich habe mich entschieden über Alice im Wunderland zu schreiben, da mich dieser Klassiker seit meiner frühen Kindheit begleitet und fasziniert hat. Damals war es eine Zeichentrick Serie, die mich zum ersten Mal in den Bann dieser wundervollen Geschichte zog. Seitdem ist mir Alice im Wunderland immer wieder begegnet und dies ist auch einer der Punkte, die einen Klassiker für mich besonders machen. Mich fasziniert es, dass eine Geschichte die vor so vielen Jahren (oder Jahrhunderten sogar in diesem Fall) geschrieben wurde immer noch so aktuell ist und somit immer wieder neue Menschen inspiriert. Daher ist es auch kaum verwunderlich, dass Alice im Wunderland als Vorlage und Inspiration für zahlreiche Filme, Musikwerke, Spiele, Theaterstücke, Bilder, Partys oder auch andere Bücher diente. Gerade erst im Jahre 2016 hat Disney wieder eine neue Kinoproduktion in 3D auf die Kinoleinwände gezaubert, was zeigt, dass das Interesse an dieser Geschichte bis heute noch sehr groß und aktuell ist. Nicht ohne Grund galt Alice im Wunderland vor dem Erscheinen der Harry Potter Bücher, als das bekannteste Kinderbuch der Welt. Es wurde in über 50 Sprachen übersetzt und von mehr als 200 Künstlern illustriert, was noch einmal mehr verdeutlicht, dass die Faszination für dieses Buch eine sehr große Reichweite hat.

In meiner Jugend, begegnete mir Alice im Wunderland dann wieder durch das Musikalbum „Eat me, drink me“ von Marilyn Manson und anderen von Alice im Wunderland inspirierten Musikvideos wie z.B. von Gwen Stefani. Da beschloss ich, Alice im Wunderland zu lesen um mich selbst intensiver mit der Geschichte auseinander zu setzten. Ich kann mich noch gut erinnern, dass ich beim ersten Lesen erst meine Probleme hatte und die Geschichte etwas holprig empfand, da ich die Sprache eines klassischen Werkes bisher noch nicht gewohnt war. Darum legte ich das Buch erst einmal an die Seite um es später noch einmal zu versuchen. Aber auch bei meinen weiteren Anläufen hatte ich das Gefühl, die Komplexität dieses Werkes nicht gänzlich zu erfassen.

Daher entschied ich, das Buch einmal in der Sprache zu lesen, in der es ursprünglich geschrieben wurde und kaufte mir eine englische Ausgabe. Diese enthielt auch die zweite Geschichte „Alice through the looking glass“ (im deutschen „Alice hinter den Spiegeln“), diese Geschichte war mir bis dahin noch gänzlich unbekannt und ich muss gestehen, dass sie mich bis heute nicht wirklich begeistern konnte. Aber auch im englischen Original fiel mir das Lesen nicht unbedingt leichter allerdings wurden einige der Wortspiele dadurch besser verständlich, da diese in der deutschen Übersetzung teilweise kaum umsetzbar waren.

Mit diesen beiden Büchern legte ich damals den Grundstein für eine Sammlung von Alice im Wunderland Büchern, diese Sammlung ist mittlerweile auf sechs Bücher angewachsen und jede Ausgabe ist ein einzigartiges Werk. Gerade die wunderschönen illustrierten Ausgaben aus dem Knesebeck und dem Jacoby und Stuart Verlag, liebe ich besonders. Im letzten Jahr kam allerdings eine ganz besondere Ausgabe hinzu, die mir eine Kollegin schenkte. Es handelt sich um eine DDR Ausgabe aus dem Jahre 1986, die auf eine ganz andere wunderbare Art illustriert ist und es hat mich sehr überrascht, dass der Text inhaltlich kaum verändert wurde, aber ich diese Übersetzung als deutlich angenehmer zu lesen empfinde.

Doch was genau fasziniert mich eigentlich an dieser Geschichte so sehr?

Auf jeden Fall ist es die unglaublich gut gelungene Mischung aus Fiktion, Abstraktion, Nonsens und Gesellschaftskritik gemischt mit einer guten Portion Naivität und Kreativität. Ich konnte mich als Tagträumerin und jüngere Schwester mit Alice auf jeden Fall immer sehr gut identifizieren. Ich liebe ihre naive aber dennoch kluge Art und Weise, mit der sie sich durch ihre eigene Traumwelt schlägt. Wie sie versucht sich mit Logik die abstrakte Traumwelt zu erklären und dadurch teilweise an sich selbst verzweifelt. Außerdem sind die verrückten und fantastischen Figuren wie Beispielsweise der Hutmacher, der Märzhase, die Grinsekatze oder die Herzkönigin mit ihren eigenwilligen Marotten, die sich Carroll ausgedacht hat unschlagbar. Die Geschichte bietet viel Raum zur kreativen Interpretation und regt zum Nachdenken an. Vor zwei Jahren ging die Liebe zu diesem Buch bei mir sogar in Form von einer Tätowierung mit dem Zitat „We're all mad here“ unter die Haut. Ein weiteres meiner Lieblingszitate von Carroll ist: „Imagination is the only weapon in the war against reality“, womit er ziemlich Recht hat, wie ich finde.

Wer und was steckt eigentlich hinter der Idee zu Alice im Wunderland?

Lewis Carroll ist eigentlich ein Pseudonym des britischen Schriftstellers Charles Lutwidge Dogson. Er war das dritte von elf Kindern und wurde 1832 auf dem Land geboren, sein Vater war Pfarrer. Später wurde er Mathematiker, doch seine große Leidenschaft galt dem Erfinden neuer Wortschöpfungen, was sich auch immer wieder in Alice im Wunderland zeigt. Außerdem vollführte er gerne Zaubertricks und liebte Rätsel und ungewöhnliche Spiele. Da er allerdings an einem Stottern litt, fühlte er sich Erwachsenen gegenüber eher unbeholfen. In Gesellschaft von Kindern fühlte er sich hingegen viel gelöster und erfand gerne neue Spiele oder Geschichten für sie. Unter den Kindern befand sich auch Alice Pleasance Liddell, eine von drei Töchtern eines College Dekans des Oxford Christ Church College, an dem Carroll studierte und später selber Mathematik bis zu seinem Tode im Jahre 1898 lehrte. Für Sie erfand Caroll die Geschichten über Alice und ihre Abenteuer. Es war Alice Pleasance Lidell selbst, die Carroll bat seine Geschichten aufzuschreiben. Dies tat Carroll dann auch und schrieb in nur einer Nacht das erste Manuskript, welches er „Alice's Adventures Under Ground“ nannte nieder. Später fügte er noch 37 Zeichnungen hinzu. Nach der ersten Veröffentlichung verdoppelte er den Textumfang und gab der Geschichte den neuen Namen „Alice's Adventures in Wonderland“, welche von John Tenniel nach Carrolls Vorstellungen illustriert wurde und damit die Geschichte zum leben erweckte. Denn nicht umsonst fragt sich Alice schon im ersten Absatz der Geschichte, was Bücher ohne Bilder und Gespräche nützen. Auch andere Ideen zu den Figuren und der Handlung waren durch Carrolls Umfeld beeinflusst, so gab es beispielsweise ein Exemplar eines ausgestorbenes Dodos im städtischen Museum und es spielten auch tatsächlich Mitglieder der Königsfamilie auf dem Rasen vor dem Haus der Liddells Krocket, dies floss beides in die Geschichte ein.

Und wovon handelt diese wunderbare Geschichte jetzt genau?

Die Geschichte handelt von einem kleinen Mädchen Namens Alice, dass sich eines Tages sehr langweilt und einem plötzlich am Ufer eines Flusses auftauchendem Kaninchen mit einer Weste und einer Taschenuhr folgt. Sie fällt durch den Kaninchenbau in das „Wunderland“, in dem es vor Paradoxen und fantastischen Wesen nur so wimmelt. So verändert sich Beispielsweise ihre Körpergröße, wenn sie etwas isst oder trinkt und die Tiere und Figuren die sie trifft, verhalten sich allesamt etwas merkwürdig oder sprechen in Rätseln. Alice kämpft sich auf sich allein gestellt durch dieses sogenannte Wunderland, was unter den genannten Umständen alles andere als einfach ist. So muss sie alles was sie glaubt zu wissen in Frage stellen und einige Rätsel und Abenteuer überstehen. Am Ende muss sie sich dann auch noch bei einem äußerst ungewöhnlichem Krocketspiel gegen die böse Herzkönigin behaupten, die ständig damit droht, jeden Köpfen zu lassen, der sich nicht ihren Vorstellungen entsprechend verhält.

Vorgestellt von Virginia Braun

Hiermit stelle ich den Roman „Alice im Wunderland“ von Lewis Carroll vor. Der Roman wurde 1869 zum ersten Mal veröffentlicht. Ich habe mit der ebook.de Edition 2012 gearbeitet.

Der Roman handelt von Alice die auf dem Schoß ihrer großen Schwester einschläft und ein sehr aufregendes Abenteuer in ihrem Traum erlebt. Sie befindet sich im Wunderland und macht unter anderem eine verrückte Teeparty mit einem Hutmacher und dem Faselhasen mit und ein Croquet-Spiel mit der Herz-Königin, die ständig mit „Kopf ab“ droht.

Im Roman fallen die zahlreichen und teilweise abstrakten Illustrationen von John Tenniel auf.

Ich habe mein Augenmerk auf die neutralen Wertmaßstäbe gelegt.

Formal-ästhetische Maßstäbe

Der Text ist sehr eindeutig und einfach verfasst. Man kann den Text gut und schnell folgen. Die Geschichte hat einmal den Rahmen, die Realität in der Alice einschläft und schließlich auch wieder aufwacht und das Traumland von Alice, das sogenannte „Wunderland“. In den Text sind immer wieder auch in sehr kreativer Weise die Gedichte und Lieder eingefasst die Alice vortragen muss oder vorgetragen bekommt.

Als Leitmotiv würde ich Alice Kreativität im Traum nehmen. Sie nimmt ganz alltägliche Situationen die sie wohl in der Realität langweilig oder anstrengend findet und tut sehr außergewöhnliche Dinge damit. Beispiel: Ein ganz normales Croquet-Spiel wird auf einer geraden Rasenfläche gespielt, mit Holzschlägern und zwei Bällen und Ziel ist es mit möglichst wenig Schlägen durch die in die Erde gesteckten Tore zu schießen einmal zu einem Pflock hin und dann wieder durch die Tore zurück. Man spielt nacheinander.

Bei Alice im Wunderland, ich zitiere:

„Alice dachte bei sich, ein so merkwürdiges Croquet-Feld habe sie in ihrem Leben nicht gesehen; es war voller Erhöhungen und Furchen, die Kugeln waren lebendige Igel, und die Schlägel lebendige Flamingos, und die Soldaten mußten sich umbiegen und auf Händen und Füßen stehen, um die Bogen zu bilden“ Und alle spielen durcheinander und gleichzeitig. Somit stritt die Königin, wohl mit Freuden, immer mit ihrem Mitspielern.

Man findet noch andere Situationen als Beispiel die Teeparty, das Vorsagen von Gedichten und Texten wie in der Schule.

Inhaltliche Werte

Ich finde der Roman hat eine zwei-seitge Gesellschaftskritik. Einerseits scheinen die Anforderungen an Alice bzw die Kinder dieser Zeit sehr hoch zu sein. Sie schafft es kein einziges mal es jemanden aus dem Wunderland recht zu machen. Sie versucht dem Hutmacher zu folgen, verliert aber schnell den Faden. Sie versucht ein Gedicht aufzusagen und vermischt mehrere. Andererseits ist Alice aufmüpfig und redet andauernd allen herein deswegen wird sie auch immer wieder schlecht behandelt. Zudem ist auch noch auf verdrehte Weise die Wahrheit in allem verstrickt. Für Alice scheint das schließlich alles Wahr zu sein und zu geschehen, sie wundert sich im Laufe der Geschichte über immer weniger Sachen.

Relationelle Maßstäbe

Ich finde die Schreibweisen und Sprache sehr veraltet. Tun wird als Beispiel mit H geschrieben (Thun). Oder Teegesellschaft wird nun Theegesellschaft. Und der Satzbau ist hin und wieder auch anders.

Zur literarische Tradition kann ich sagen Lewis Carroll war der Erste der so surrealen Kram versucht hat zu schreiben, und das mit bravour gemeistert hat. Ich denke sogar das ihm bis jetzt kaum jemand mit so abstrakten und doch verständlichen Sachen getoppt hat.

In Bezug auf die Realität kann man nur Sachen dieser Roman ist komplett Realitätsfern, bis auf die Grundstrukturen der Erlebnisse wie oben genannt.

Wirkungsbezogene Werte

Die Kognitiven Effekte sind klar und deutlich für mich. Der Roman ist Fantasieanregend, Entspannung vom Alltag und es kommt zur Anregung neuer Gedankenwege.

Die Emotionalen Effekte waren schon etwas kniffliger. Ich habe mich einerseits mit Alice zusammen geärgert das alle sie nicht verstehen wollen oder als sie festgesteckte im Haus des weißen Kaninchens, andererseits, und das überwiegt, kam bei mir das Unverständnis oft auf. Ich konnte einfach nichts mit ihrer Reaktion auf bestimmte Situationen anfangen. Sie quatscht einfach der Maus immer dazwischen und wundert sich warum diese nicht weiter erzählen will. Oder einmal hat sie Angst obwohl sie größer ist als alle und ein anderes mal macht sie etwas komplett dummes wenn sie klein ist.

Lebenpraktische Effekte ääähm gleich NULL.

Die Hedonistischen Effekte hingegen waren auf jeden fall leicht zu finden. Es hat mir Spaß gemacht diesen Abstrakten Roman zu lesen und mich immer wieder überrascht. Er ist angenehm realitätsfern und man bekommt Abstand vom Alltag, außer natürlich man liest das Buch FÜR den Alltag ;)

Ich hoffe es hat ihnen gefallen.

Virginia Braun, 02.10.2014

Vorgestellt von Vanessa Stahlberg

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Vanessa Stahlberg, 19.02.2014, 20:23

Vorgestellt von Alena Witt

Alice im Wunderland von Lewis Carroll ist eines der beliebtesten englischen Kinderbücher aus dem 19. Jahrhundert. Es ist aber genauso das Lieblingsbuch vieler Erwachsener. Lewis Carroll war Professor für Mathematik und Logik in Oxford. Sein richtiger Name war Charles Lutwidge Dodgson. Die Geschichte Alice im Wunderland hatte er sich damals für die Tochter eines Freundes ausgedacht. Berühnt wurde er durch Alice im Wunderland ( 1865 ) und Alice hinter den Spiegeln ( 1871 ). In seinen Romanen verfremdete er die logische Struktur mittels Nonsenstechniken. Diese Kinderbücher waren völlig anders als alles, was man zu jener Zeit kannte. Das Buch sollte die Kinder nicht belehren oder gutes Benehm predigen. Stattdessen veralberte es die strengen Benimmregeln dieser Art von Kinderliteratur mit seinen Nonsensversen. Die Wortspiele Carrolls hatten großen Einfluss auf die Schriftsteller des 20. Jahrhunderts.

Die siebenjährige Alice sitz an Ufer einen Baches und träumt vor sich, als plötzlich ein Kaninchen vorbeihoppelt, welches nervös auf seine Taschenuhr schaut. Alice rennt dem Kaninchen nach. Sie krabbelt in ein Kaninchenloch und fällt tief hinab in eine andere Welt. Sie landet in einem verschlossenen Zimmer mit vielen Türen. Dort trinkt sie aus einem Fläschchen und schrumpft. Anschließend isst sie von einem Stück Kuchen und wird riesig groß. Verwirrt über die Situaton fängt sie verzweifelt an zu weinen. Sie weint einen Teich aus Tränen in dem sie fast ertrinkt. Doch sie wird von einer Maus gerettet. In dieser anderen Welt lernt sie die Grinsekatze kennen. Sie taucht mal ganz, mal teilweise in der Luft auf. Ab und zur erscheint sie auch nur als Grinsen. Die Grinsekatze schickt Alice zum Märzhasen, dem verrückten Hutmacher und einem Siebenschläfer. Diese feiern eine nie endende Teeparty an einem riesigen Tisch. Die drei stellen sich die ganze Zeit Rätsel, deren Antwort sie selber nicht kennen und tauschen ständig die Plätze. Alice macht auch bekanntschaft mit einem Hummer und einer Suppenschildkröte, die tanzen und von ihrer Schulzeit erzählen. Außerdem trifft sie noch die Spielkartenkönigin, mit der sie Krocket spielt. Alle diese Wunderlandbewohner sind unhöflich zu Alice und kommandieren sie herum. Alice muss sich an die Regeln in dieser Welt gewöhnen, in der ihr Höflichkeit nicht weiterhilft. Aber Alice ist mutig und stellt sich der Herzkönigin, als diese mal wieder ein Todesurteil fällen will. Sie sagt ihr, dass sie ja bloß eine Spielkarte sei. Daraufhin erwacht Alice und merkt, dass alles nur ein Traum war.

Für dieses Buch gibt es viele Interpretationen: - Eine Interpretationsmöglichkeit ist, dass Carroll zeigen wollte, wie Kinder die Welt der Erwachsenen sehen. - Eine andere wäre, dass er den Einfluss von Drogen zeigen wollte. - Vielleicht wollte Carroll auch einfach einmal alle Regeln und Verbote die im Alltag herrschten in der Literatur außer Kraft setzen.

Alena Witt 2010

Vorgestellt von L. Lausen

Wahrhaftig ist „Alice im Wunderland“ ein beliebter Kinderbuchklassiker. Geschrieben wurde die fabelhafte Geschichte von Lewis Carroll, geboren am 27. Januar 1832 in Daresbury im County Cheshire. Sein eigentlicher Name jedoch war Charles Lutwidge Dodgson. Dieser war nicht nur ein britischer Schriftsteller, sondern Fotograf, Mathematiker und Diakon. Mit seinen Werken schaffte er es, weite Lesekreise zu bilden. Seine Liebe zur Fotographie beeinflusste einen Teil seiner Kreativität. Seinen größten Erfolg brachte ihm jedoch der Kinderklassiker „Alice im Wunderland“, geschrieben 1865 und „Alice hinter den Spiegeln“, geschrieben 1871. Beide Werke waren von Anfang an ein großer Erfolg und werden mit satirischem Anklang angesehen, die in einer sehr phantasievollen, bizarren Welt spielen. Dabei haben sie jedoch noch eine weitere Facette, die den Mathematiker Carroll faszinierte: die Geschichten sind voller Denkspiele, Rätsel und Paradoxien und stellen somit auch Lehrbücher der Logik dar.

Das junge Mädchen Alice saß mit Ihrer Schwester draußen am Flussufer und langweilte sich sehr, bis sie auf ein weißes Kaninchen aufmerksam wurde, welches sprechen konnte. Schließlich folgte Alice diesem wunderlichen Geschöpf in dessen Kaninchenbau und fiel hinein. Dabei landete sie in einer traumartigen Welt die vor Paradoxien und Absurdität nur so strotzt. So begegnet sie einer Gruppe winziger Tiere, die in einem Meer von Alices Tränen gestrandet sind, wird im Kaninchenbau gefangen, traf auf ein Baby das sich plötzlich in ein Schwein verwandelte und eine Katze die verschwand bis nur noch ihr Grinsen sichtbar war. Dies ist noch lange nicht das Ende, denn neben einer unendlichen Tee-Party wo sie auf den verrückten Hutmacher traf, musste Alice ein Croque-Spiel mit der Herzkönigin bestreiten. Als Alice sich vor Gericht gegen die Herzkönigin, die wie gewohnt ein Todesurteil vollstreckt, stellte, wachte sie neben Ihrer Schwester am Flussufer auf. Denn ihre Reise ins Wunderland war nur ein Traum.

Zu interpretieren dieser Geschichte gilt vieles. Zum Einen zeigt es auf, dass viele Einzelheiten der Fantasie und dem Unbewussten des Autors entstammen. Dennoch glaube ich, dass die Nonsense-Literatur stark in seinen Werken wieder zu finden ist, denn eines ist gewiss, „Alice im Wunderland“ strotzt nur vor Unsinnigkeit, Unfug oder Absurdität. Angenommen, ein Kind würde diese Geschichte lesen, so ist es, in seinen Augen betrachtet, eine Märchengeschichte voller Fantasy und Abenteuer. Der jugendliche Leser jedoch könnte annehmen, dass diese Geschichte eine Art von Rauschzustand beinhaltet. So unterschiedlich können diese Facetten in diesem Buch zum Tragen kommen.

L. Lausen

Vorgestellt von S. Ryll

Das kleine Mädchen sitzt aufrecht im Bett und hat ihre Arme aus den Fängen der Decke befreit.

In der Hand hält sie einen abgewetzten Stoffhasen, um dessen Handgelenk sie eine Armbanduhr geknotet hat.

Ihre Hand bewegt den Hasen, dabei verleiht sie ihm eine Stimme:

„Oh seht, Oh seht, ich komme viel zu spät. Grüß Gott, bis bald, Auf Wiedersehen. Muss geh`n, muss geh`n, muss geh`n“.

Als die Mutter an der Zimmertür vorbeigeht, hört sie die Stimme ihres Kindes. Sie betritt den Raum mit erhobenem Zeigefinger.

„Solltest du nicht eigentlich schon schlafen?“, fragt sie.

Schuldbewusst lächelt das Kind sie an.

„Aber mein Kaninchen kommt zu spät zu seiner Audienz bei der Herzkönigin.“

Das sie ihren Hasen Kaninchen nennt, lässt die Mutter schmunzeln. Sie wollten schon immer mal ein Stofftier Kaninchen kaufen.

Eine Weile nimmt sie sich die Zeit zum Spielen. Zusammen mit ihrer Tochter und dem Stoffhasen haucht sie Alice, der Grinsekatze,

den Kartenwächtern, der Raupe und all den anderen lustigen Bewohnern des Wunderlands Leben ein.

Doch dann ist es Zeit ins Bett zu gehen.

Die Mutter gibt der Tochter noch einen Kuss auf die Stirn.

„Wenn du etwas größer bist, bekommst du von mir das Buch geschenkt. In diesem Werk steckt soviel Phantasie und Kreativität,

vielleicht steckt dich das ja an.“

Das Mädchen lächelt und drückt Kaninchen selig an sich.

„Dann erschaffe ich mein eigenes Wunderland“, murmelt sie, bevor sie einschläft.

S.Ryll, 25.02.2012, 20:15

Vorgestellt von J. Rupp

Alice im Wunderland, Lewis Carroll

Lewis Carrolls Alices Abenteuer im Wunderland erschien in der Viktorianischen Epoche, die von 1837-1901 ging. Carroll schrieb Alice’s Adventures in Wonderland 1862 ursprünglich als Weihnachtsgeschenk für die verehrte Tochter Alice Pleasance des befreundeten Dekans Henry George Liddell. Das Buch wurde erstmals am 4. Juli 1865 veröffentlicht. Alices Abenteuer im Wunderland war sein größtes und berühmtestes Werk. Damals war es beliebt bei Kindern und Erwachsen, wie bei Oskar Wilde und Königin Victoria. Auch heute kennt jeder Alice, deren Geschichte mehrmals verfilmt wurde. Man könnte sagen, dass jeder die Geschichte kennt, ohne das Original gelesen zu haben.

Ein junges Mädchen, Alice, sitzt mit ihrer Schwester im Garten. Ihr ist langweilig, bis sie ein weißes Kaninchen sieht, ihm folgt und in seinen Bau fällt, so gelangt sie in das Wunderland. In dieser fantastischen Welt erlebt Alice viele Abenteuer. Dabei trifft sie unter anderem den Hutmacher und den Märzhasen bei einer nie enden wollenden Teeparty. Ebenfalls begegnet sie lebendigen Spielkarten, der Königen, deren Hobby es ist ihren Untertanen die Köpfe abzuschlagen und zum Schluss muss sie sogar als Zeugin in einer abstrusen Gerichtsverhandlung aussagen, ehe sie dann im Gras neben ihrer Schwester aus diesem bizarren Traum aufwacht.

Die Quelle für seine wilden, verrückten Ideen könnte seine Kreativität sein, oder aber wenn man den Gerüchten Glauben schenkt, sind dies womöglich seine eigenen durch Drogen erzeugten Halluzinationen, die er beim Schreiben hatte.

J. Rupp, 05.10.2012

Eine Besprechung von Laura C. Dopp

Träume erscheinen einem oft magisch und wie aus einer anderen Welt entsprungen. So ergeht es auch Alice, die neben ihrer lesenden Schwester auf der Wiese einschläft und dann einem Westen-tragendes, auf die Uhrzeit-starrendes, wild-vor-sich-hinplapperndes Kaninchen in ein Kaninchenbau folgt, durch dem sie in das Wunderland gelangt. Dort schrumpft und wächst sie durch die Einnahme verschiedener Lebensmittel und begegnet unter anderem einer (wirklich äußerst) verrückten Teegesellschaft, einer sadistischen Herzkönigin, einer ebenfalls bösartigen Herzogin, die von einer Pfeffer-vernarrten, alles-um-sich-schmeißenden Köchin umgeben ist und zahlreichen anderen sprechenden Tieren.

Der auktoriale Erzählstil Carolls ist eine Form des Geschichtenerzählens, die sehr speziell ist. Der Stil hat meinen persönlichen Lesefluss gestört. Es kam mir ein wenig so vor, als wäre Lewis Caroll der Vorreiter eines Captain Obvious, da er die Taten und Gedanken von Alice bereits vor dem eigentlichem Geschichtsverlauf erklärt: wie zum Beispiel die Tatsache, dass sie wächst oder schrumpft, sobald sie etwas isst, was spätestens nach dem dritten Mal logisch ist.

Auch wenn der Autor dies als eine Kindergeschichte vorgesehen hatte, würde ich sie nicht für Kinder empfehlen. Die Figuren in dem Traum von Alice sind sehr düster und durch die vielen Begegnungen, die Alice hat, scheint kein wirklicher Handlungsverlauf zu entstehen. Selbst auf erfahrene Leser wirkt das Buch meist sehr wirr. Deswegen ist dieser Roman für mich keiner, den ich in ein Kanon platzieren würde. Auch wenn es heutzutage viele Neuinterpretationen und Anspielungen gibt. 2010 zum Beispiel entstand unter der Regie von Tim Burton der Film „Alice im Wunderland“ 1), der auf den Alice-Büchern von Caroll basierte. Der Song „Alice“ von Avril Lavigne 2) diente dem Film als Soundtrack.

Weiterhin hat die Künstlerin Natalia Kills in ihrem Musikvideo zum Lied „Wonderland“ (2011) 3) Anspielungen gemacht (zum Beispiel: die Tafel, an der ein Hase sitzt (Anspielung auf den Märzhasen und die verrückte Teegesellschaft)). Auch die deutsche Band „Oomph!“ griff Elemente aus der Geschichte in ihrem Musikvideo zu „Labyrinth“ (2008) 4) auf (zum Beispiel steht der Fahrstuhl für den Fall in den Kaninchenbau; der Hase, die Uhr, das Fläschchen mit der Aufschrift „Trink mich“ woraufhin sie wächst, …). Die Musikvideos sowie Tim Burtons Version von Carolls Geschichte sind sehr düster dargestellt. Auch deuten die mit Drogen versetzen Süßigkeiten, die auf der Tafel in dem Musikvideo zu „Wonderland“ von Natalie Kills zu sehen sind, daraufhin, dass man Halluzinogene konsumieren muss um in das Wunderland zu gelangen, da die normale Imagination nicht ausreicht.

Als ein Film mit einer ähnlichen Thematik könnte man noch „Inception“ aus 2010 5) anmerken. Dieser Film greift zwar nicht auf Alice im Wunderland zurück, allerdings verfügen die Hauptcharaktere über die Fähigkeit, in Träume anderer einzusteigen und sie mit ihrer Imagination zu verändern. Die Parallele von Alice und Inception besteht darin, dass man im Traum mit Hilfe seiner Vorstellungskraft ganze Welten entstehen lassen kann.

Laura Christin Dopp, 06.06.2015, 13:35

Vorgestellt von Chantal Schulz

Alice: „Wie lange ist für immer?“ Weißer Hase: „Manchmal nur für eine Sekunde.“

Alice im Wunderland würde 1865 erstmalig vom Autor Lewis Carroll veröffentlicht. Eine vollkommen ausgedachte und mehr als verrückte Geschichte die laut Autor Kinder ansprechen sollte.

Träume sind magische Erfindungen unsere Gehirn sie erfreuen uns alle und mal machen sie uns Angst, Alice hingegen begegnet ihnen auf ganz besondere Art. Ein weißes Kaninchen mit einer Taschenuhr, ein verrückter Hutmacher, eine Grinsekatze, eine Raupe und eine Königen sind einige wenige Wesen denen Alice in einer anderen Welt begegnen. Sie findet sich bei einer Teeparty und im Schloss einer Königin wieder die immer wieder Alice Kopf rollen sehen will.

Carroll erzählt eine vollkommen fiktive Geschichte in einem Erzählstil der einen immer wieder beim Verständnis des Textes im Weg steht und dennoch etwas Fesselndes mit sich bringt. Zur heutigen Zeit gibt es keinerlei Bezugsmöglichkeit wie sonst oft bei fiktiven Erzählungen. Emotional hingegen erreicht einen die Geschichte heute noch.

Man lebt mit Alice mit, möchte sie manchmal schütteln um sie wach zu machen und manchmal wünscht man sich genau diese Geschichte direkt an ihrer Seite erleben zu dürfen und nicht „nur“ als Leser. Fantasieanregend und gleichzeitig zum sofortigen abtauchen ohne sich Gedanken machen zu müssen. Meiner Meinung nach ist die Original Fassung sehr düster und definitiv nicht Kinder geeignet.

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