Hamsun, Knut: Auf überwachsenen Pfaden.

Knut Hamsun ist einer der bedeutensten Schriftsteller Norwegens und bekam 1920 den Literaturnobelpreis für sein Werk „Segen der Erde“.

Hamsun sympathisiert schon in seiner Jugend mit Deutschland, denn es stellt für ihn das „junge Europa“ da. Diese Sympathie findet auch in der Zeit des Nationalsozialismus kein Ende. Hamsun glaubt, dass Norwegen nach dem Krieg, „einen hohen, einen hervorragenden Platz in der großgermanischen Weltgemeinschafterhalten sollte“ und bekennt sich auch öffentlich zu seiner Meinung. Seine Aufforderung an die Norweger, sich mit der deutschen Besatzung abzufinden, empört seine Landsleute. Nicht zuletzt führt auch sein Nachruf auf Adolf Hitler, in dem Hamsun Hitler als „Kämpfer für die Menschheit“ und als „eine reformatorische Gestalt höchsten Ranges“ bezeichnet, dazu, dass ihm am Ende des Krieges der Prozess wegen Landesverrats gemacht wird.

Er wird also angeklagt und während dieser Zeit so zusagen aus dem Verkehr gezogen. Diesen Abschnitt seines Lebens (1945-1948) beschreibt Hamsun tagebuchartig in „Auf überwachsenen Pfaden“. Zuerst werden Hamsun und seine Frau auf ihrem Gut Nørholm unter Hausarrest gestellt. Danach wird er in ein Krankenhaus eingewiesen, mit der Begründung, er müsse gepflegt werden. Von dem Krankenhaus wird er dann in ein Altenheim verlegt, um nach nicht allzu langer Zeit in eine psychiatrische Klinik eingewiesen zu werden, weil er nun auch psychisch geschwächt sei. Nach 4 für Hamsun grauenvollen Monaten, kommt er aus der Anstalt wieder in das Altenheim. Über seinen derzeitigen Zustand schreibt er:

„Ich bin wieder herraus aus der Ansalt. Damit ist nicht gemeint, dass ich frei bin, aber ich kann wieder atmen. Und atmen ist auch wirklich das Einzige, wozu ich einstweilen imstande bin, ich bin sehr herunter. Ich komme aus einer Heilanstalt und bin sehr herunter. Ich war gesund als ich hineinkam.“

Der Prozess wird immer weiter verschoben und Hamsun vermutet, dass nur darauf gewartet wird, dass er vorzeitig stirbt. Dann beginnt der Prozess doch und Hamsun wird zu einer Geldstrafe von 325.000 Kronen verurteilt, was ihn in den finanziellen Ruin treibt. Die letzten Jahre kann er dann wieder auf seinem Gut Nørholm verbringen. Hier enden die Aufzeichnungen.


Ich griff zu diesem Buch weil ich den Hintergrund spannend fand und weil ich wissen wollte, wie Hansun die Zeit des „Weggesperrtseins“ empfunden hat und ob er Reue gezeigt hat. Ich begann also zu lesen und war sehr angetan von seiner Art zu schreiben. Doch je weiter ich las, desto weniger konnte mir der Stil das Buch interessant machen, denn ich fand es schon nach 30 Seiten totlangweilig! Ich las das Tagebuch eines alten Mannes, der seinen öden Tagesablauf beschreibt. Es gab natürlich auch einige wenige Lichtblicke, aber eigentlich quälte ich mich durch dieses Buch, um am Schluss seine Stellungnahme bei dem Prozess zu lesen, nur um dann wieder enttäuscht zu werden. Für mich hatte es den Anschein, als versuche Hamsun sich rauszureden und von seiner eigenen Schuld abzulenken. So sagt er z.B. „Es kann sein, dass ich im Geist des Nationalsozialismus geschrieben habe. Ich weiß es nicht, denn ich weiß nicht, was der Geist des Nationalsozialismus ist.“

„Und es war nicht falsch was ich schrieb. Es war nicht falsch als ich es Schrieb. Es war richtig. Was ich schrieb war richtig.“

Diese Buch empfehlen? Das kann ich nicht!

(Jessica Schulz, 2008)

Drucken/exportieren
QR-Code
QR-Code auf_ueberwachsenen_pfaden (erstellt für aktuelle Seite)