Guy de Maupassant: Bel Ami

Vorgestellt von Tobias Halle

Das Buch handelt von dem ehemaligen Unteroffizier Georges Duroy, der sich nach seiner Zeit beim Militär in Paris niederlässt, in der Hoffnung dort Karriere zu machen und gesellschaftlich aufzusteigen. Er hat eigentlich keine Talente oder Fähigkeiten, die ihm zu beruflichem Erfolg verhelfen könnten, abgesehen von seinem Charme, der ihn bei Frauen beliebt macht und seiner Kompetenz im Umgang mit Menschen. Nachdem ihm sein ehemaliger Kamerad Forestier zu einer Anstellung als Reporter bei der Tageszeitung La Vie Francaise verhilft, schafft es Duroy, trotz fachlicher Inkompetenz durch seinen Ehrgeiz und seine Skrupellosigkeit in die höchsten Pariser Kreise aufzusteigen.

Der Protagonist Georges Duroy, mit dem man am Anfang noch mitfiebert und leidet, wird dem Leser im Verlauf des Romans zunehmend unsympathischer. Für seinen eigenen Vorteil und sein eigenes Vergnügen geht er über Leichen. Er beginnt eine Affäre mit der verheirateten Frau de Marelle, die er wiederum mit einer Prostituierten betrügt. Später bändelt er mit der Frau seines Freundes und Kollegen Forestier an, die er kurz nach dessen Tod heiratet. Die talentierte Frau Forestier, die schon ihrem ersten Gatten beim Verfassen von Artikeln geholfen hat ist Duroy bei seinem beruflichen und gesellschaftlichem Aufstieg sehr nützlich. Nachdem Forestier mit der Ehefrau seines Chefs Frau Walter eine Affäre begonnen hat und ihm seine Frau lässtig geworden ist, entledigt er sich ihrer in dem er sie eines Sittlichkeitsverbrechens bezichtigt( Sie ist ihrerseits auch fremdgegangen). Letztendlich heiratet er die junge Tochter seines Chefs und seiner Geliebten, da diese ihm finanziell wie menschlich die beste Partie zu sein scheint.

Ein Roman um Frauen, Geld und Karriere ist der Untertitel der deutschen Ausgabe, und tatsächlich lassen sich die Figuren an Oberflächlichkeit, Doppelmoral und falschverstandener Ehre nicht überbieten. Wenn man sich die Liebschaften und Intrigen ankuckt fühlt man sich leicht an eine Soap Opera aus dem Vorabendprogramm erinnert. Maupassant zeichnet mit diesem Roman ein vernichtendes Bild der höheren Pariser Gesellschaft des 19. Jahrhunderts. Er entlarvt ein System, daß behauptet auf Anstand und Leistung zu beruhen als falsch und oberflächlich. Diese Gesellschaftskritik übt er jedoch nicht offen sondern sehr subtil. Bis zur letzten Seite findet sich keinerlei Wertung seitens des Autors. Er läßt die Personen agieren; der Leser muß selbst wissen was er davon hält. Ob Maupassant seine Gesellschaftskritik 1885 nicht offener formulieren konnte oder wollte kann ich nicht beurteilen. Da ich mich beim Lesen aber oft über das Verhalten dieses scheinheiligen Duroy aufgeregt habe und manches mal regelrecht wütend geworden bin über den ungerechten Verlauf der Geschehnisse muß ich sagen sie ist ihm ausgezeichnet gelungen.

Tobias Halle, 2008

Vorgestellt von Karoline Kühl

Georges Duroy. Als ehemaliger Unteroffizier, lebt er nun in Paris und ist auf der Suche nach einer Möglichkeit, in die gehobene Gesellschaft von Paris aufzusteigen. Doch da Duroy eher ungebildet ist, ist er nicht sonderlich begabt in den Dingen die er tut. Durch einen Zufall, trifft er auf seinen ehemaligen Freund Forestier, der es im Gegensatz zu Duroy geschafft hat, er ist bei einer Zeitung angestellt und verschafft dem immer armen Duroy, eine Stelle als Reporter, die ihn für einige Zeit über Wasser hält. Auch knüpft er durch Forestier Gesellschaftliche Kontakte die ihn weiter nach vorne bringen. Grade in der Damenwelt ist Duroy gern gesehen, durch sein Äußeres kann er oftmals punkten und das vor allem bei Madeleine, der Frau von Forestier. Auch hat er durch sein Aussehen, mehrere Geliebte. Nach dem Tod von Forestier heiratet er Madeleine. Er nutzt ihr Talent und ihre Beziehungen für seinen weiteren Aufstieg. Eine Erbschaft seiner Frau, sichert Duroy auch weiterhin finanzielle Unabhängigkeit. Um sie dann aber schließlich loszuwerden, stellt er ihr ein Falle. Da er eine Vorahnung hat, das Madeleine ihm untreu ist, spielt er vor, weg zu gehen, um sie in Sicherheit zu wiegen, kommt dann aber zurück um sie in flagranti zu erwischen und kann dadurch den betrogenen Ehemann spielen. Madeleine ist er also los, da wäre aber noch Madame Walther, mit der er ebenfalls eine Affäre hat. Sie ist die Frau von Herrn Walter, dem ein großes Verlagshaus gehört. Nach dem er durch Madame Walthers Einfluss befördert wurde, beschließt er sich auch von ihr zu trennen und hat es mit einer weiteren Hochzeit, ausgerechnet mit Frau Walthers Tochter, endgültig an die Spitze geschafft.

Am Anfang habe ich lange gebraucht, um mich in die Geschichte reinzufinden. Durch die altertümliche Sprache, war ich oft im Lesefluss gestört und musste manches mehrmals lesen. Doch mit der Zeit gefiel es mir immer besser und ich wollte unbedingt wissen, was Duroy noch anstellt um sein Ziel zu erreichen. Mir gefällt, dass die Geschichte zeitlos ist. Solche Menschen gab es immer, gibt es heute und wird es immer geben. Außerdem finde ich es interessant, wie lebhaft und gut vorstellbar Guy de Maupassant die Figuren im Roman beschreibt. Man konnte sich oftmals sehr gut in die Situation hineinversetzen.

Vorgestellt von Hanna Schmidt

Laaangweilig! Wie kann ein Buch nur so langweilig sein?! Auf 415 Seiten geht es nur darum, wie aus einem unbekannten Niemand ein angesehener, skrupelloser Journalist wird. Georges Duroy kommt immer einen Schritt weiter, wird immer reicher, immer unsympathischer und ist nie zufrieden. Es ödet mich an, wenn ich davon lese. Hinzu kommt noch das Frauenbild, welches in dem Buch transportiert wird. Diese Selbstverständlichkeit, mit der Georges seinen Lebensumständen entsprechend immer wieder andere Frauen hat. Auch die Stellung der Frauen in der Gesellschaft finde ich schrecklich. Vielleicht mag es zu der Zeit so gewesen sein und das soll auch keiner schönreden, oder verdrehen, aber ich mag in der Form einfach nicht darüber lesen. Da ist es mir auch egal, ob das Buch damals (zwar wohl unbeabsichtigt, aber doch tatsächlich) zu einem Aufschrei in der Gesellschaft gegen den Einfluss und die Macht der Presse geführt hat. Wen interessiert das schon, wenn dies durch ein derartiges Werk passiert ist. Vielleicht verkenne ich hier auch einen großartigen Schriftsteller, aber mir gefällt es einfach nicht! Ich tue mich zwar sehr schwer ein Buch nicht komplett zu lesen und dann auch noch darüber urteilen zu wollen, weil ich immer denke, es könnte mir etwas entgehen, doch nach 161 Seiten purer Quälerei habe ich mich nun entschlossen, das Ende und ein bisschen aus der Mitte des Buches zu lesen und dann reicht es mir auch, zu mehr kann ich mich nicht durchringen. Eventuell schaue ich mir noch den Film dazu an, vielleicht ist der ja besser. Wenigstens ist der mit Robert Pattinson.

Nun habe ich den Film also gesehen und der ist genau so langweilig wie das Buch. Reinste Zeitverschwendung. Durch den Film wird Georges Duroy nur noch unsympathischer. Um an sein Ziel zu gelangen und schließlich immer mehr Geld zu machen, schreckt er vor nichts zurück. Da hilft es auch nicht, dass dieser von Robert Pattinson gespielt wird. Es ekelt mich an, wie Duroy alle Frauen um den Finger wickelt, um auf dessen Männer Einfluss zu nehmen. Es stört ihn nicht, erst mit der Mutter und dann mit der Tochter etwas anzufangen, nur um ein besser gestellter Mann zu werden.

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