Gustave Flaubert – Bücherwahn

Diese frühe Kurzgeschichte handelt von dem 30-jährigen Buchhändler Giacomo, dessen Lebenselexier und große Liebe die Bücher sind. Er erwacht erst richtig zum Leben, wenn er in den Besitz eines neuen seltenen Exemplares kommt. Er ist ein sehr verschlossener Mensch, der mit kaum jemanden spricht und auch kaum das Haus verlässt, nur seinen geliebten Büchern zuliebe. Nur von seinen Büchern und Handschriften umgeben, spürte der das ganze Glück. Für die Bücher opfert er sein gesamtes Geld, sogar seinen alten Beruf des Mönchs kehrte er den Rücken und somit ebenfalls Gott. Bücher wurden zu seinem Gott. Eines Tages steht aber ein Edelmann, ein Gelehrter vor Giacomos Tür. Dieser will eine der Handschriften kaufen, die sich im Besitz des Buchhändlers befinden. Der Edelmann bietet ihm immer mehr für die Handschrift, und als Giacomo nicht mehr „nein“ sagen kann, fängt er an zu lügen, dass er gar nicht im Besitz dieser Handschrift ist. Im Endeffekt verkauft er dann doch diese Handschrift und bereut es sobald der Edelmann, der auf den Namen Baptiste hört das Haus verlässt. Vor allem auch, weil dieser Baptiste ihn nun fortwährend bei Auktionen die Bücher vor der Nase wegschnappt und mehr bietet, sogar andere Leute engagiert, damit er den Zuschlag bekommt. So auch bei einem besonders bibliophilen Exemplar der „Bibel“. Plötzlich werden in der kleinen Ortschaft Leute umgebracht. Und schlussendlich brennt auch der Laden eines Antiquars. Ohne lange nachzudenken riskiert Giacomo sein Leben, um das Exemplar der Handschrift, die er verkauft hatte aus dem brennenden Gebäude zu retten. Tage später sitzt er auf der Anklagebank. Giacomo soll die Morde begangen haben und er soll das Haus in Brand gesetzt haben, um die besondere Ausgabe der „Bibel“ in seinen Besitz zu bringen, die in seinem Haus gefunden wurde. Sein Anwalt plädiert darauf, dass der Buchhändler das nicht gewesen sein kann, da es mehrere Exemplare dieser Ausgabe gäbe, denn er zieht sogleich ein Exemplar hervor. Giacomo weiß aber, dass es nur die eine Ausgabe gibt und auch auf der Anklagebank entscheidet er sich für die Bücher und sagt aus, dass er nur ein Exemplar gibt. Er wird daraufhin zu Tode verurteilt und vermacht seine Bibliothek demjenigen im Ort mit den meisten Büchern. Er ist für die Bücher gestorben.

Meine Meinung: „Diese Kurzgeschichte zeigt ganz klar, was Besessenheit und Leidenschaft aus einem Menschen machen können. Das diese einen wirklich bis in den Tod verblenden können.“

Bettina Block

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