Voltaire, „Candide oder Der Optimismus“

Im Original erschienen 1759, gelesen in der Übersetzung von Christhelf Sigismund Mylius aus dem Jahre 1782, in der 2008 veröffentlichten Fischer Taschenbuch Ausgabe (1.Auflage).

Die Hauptfigur namens Candide wächst in einem westfälischem Schloss auf, aus dem er in jungen Jahren verband wird. Damit beginnt seine Odyssee auf der Suche nach „dem Glück“, die ihn quer durch die ganze Welt (Lissabon, Südamerika, Venedig, etc.) und in Kontakt mit den verschiedensten Charakteren bringt. Dabei begleitet die Frage, ob dies „die beste aller Welten“ ist ihn von Anfang bis Ende und durch alle Höhen und Tiefen. Wichtiger als die einzelnen Erlebnisse Candides sind die sich daraus ergebenden philosophischen Fragen: Kann die Kirche (oder ähnliches) Deutungshoheit über unsere Welt beanspruchen? Hängt Glück vom materiellem Status ab? Gibt es überhaupt einen Menschen, der nicht mit seinem Schicksal hadert? Erkennt man Glück, wenn man es hat? Kann man an das Gute glauben? Was ist Glück?

Nachdem man sich auf die Sprache eingelassen hat (ist nun mal 230 Jahre alt), kann man einen philosophische Text genießen, der durch Kurzweil und erstaunliche Aktualität besticht. Voltaire schafft es durch einfache Überspitzung einer bzw. der (bzw. unserer) Gesellschaft einen Spiegel vor zuhalten, und entlarvt dabei die Egoismen des Einzelnen, der aus Dünkel, Bequemlichkeit, Raffgier oder Ignoranz nicht in der Lage ist eine so grundlegende Empfindung wie Dankbarkeit zu haben, geschweige den Ausdruck zu verleihen.

(Felix Rakow 2011)

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