Howard Phillips Lovecraft: Cthulhus Ruf

Die Rahmenhandlung der Geschichte bilden drei Dokumente, die Francis Wayland Thurston, Neffe und Nachlassverwalter des verstorbenen Sprachwissenschaftlers George Gamell Angell, durchschaut. Es handelt sich hier um ein Basrelief aus Lehm, einen Bericht eines Polizeiinspektors und das letzte Tagebuch eines Seemannes.


Im ersten Kapitel wird geschildert, was sich im Nachlass des Professor Angell befindet, und Thurston stößt dabei auf mehrere sehr fragwürdige Dokumente. Er deckt nach und nach einen Zusammenhang auf und forscht tiefer nach. So findet er Berichte über einen jungen talentierten Bildhauer, der einst von schrecklichen Träumen geplagt und in einer Nacht wie in Trance ein Relief hergestellt hatte. Es stellte eine Monströsität dar, hockend auf einem Podest, auf dem unleserliche Zeichen graviert waren. Der Professor hat eine Abhandlung über die Alpträume und Visionen des Künstlers geschrieben, die Thurston nun einsieht.


Das zweite Kapitel gibt einen Bericht des Polizeiinspektors John Raymond Legrasse wieder, der in Louisana einen widerlichen Kult ausgehoben hat. Auf einer Archäologie-Konferenz tritt er den Koryphäen dieses Gebiets gegenüber und erzählt von seinen Erfahrungen in der Hoffnung noch mehr herauszufinden. Bei sich trägt ein eine alte Statuette, die er an der Kultstätte gefunden hatte. Sie zeigt ebenfalls den Priester Cthulhu, auf einem Podest, mit eben jenem unbekannten Schriftzeichen, die in der Runde der Wissenschaftler aber nun entziffert werden können. Zu dem Bericht des Inspektors kommen die zweier Wissenschaftler. Einer berichtet von seiner Grönland-Expedition, der andere von einem Seemann, der ebenfalls tiefe Einblicke in den Kult des Cthulhu bekommen hatte.


Im Schlusskapitel findet Thurston ein weiteres Dokument, eine Zusammenfassung des Professors von einem tagebuchartigem Schriftstück eines Seefahrers, der im Pazifik einem Horror zum Opfer gefallen war. In diesem letzten Kapitel lässt Lovecraft das ganze Ausmaß des grausamen Cthulhu erscheinen und es ist damit auch das alptraumhafteste Kapitel dieser Geschichte.

Thurston ist nach Einsicht all dieser Dokumente nur noch in der Lage, zu hoffen, dass er nicht lang genug leben wird, all das Grauen, das auf die Menschheit treffen würde, würden diese Götter jemals das Tageslicht erblicken, zu erleben.


In allen Werken, die Lovecraft schrieb, nimmt er Bezug zu seinem Hauptthema, dem Cthulhu-Mythos. Ob er die Großen Alten direkt erscheinen lässt wie in oben vorgestellter Kurzgeschichte, oder nur den Einfluss dieser andeutet, indem er von den Kultstätten zu Ehren dieser Götter berichtet. Seine Protagonisten sind häufig abgeklärte Menschen, die bei vollem Verstand und von rationalistischer Natur sind. Doch auch diese können sich dem Wahnsinn des Kultes nicht mehr entziehen, haben sie erst einmal das Ausmaß und die Schrecken dahinter erkannt. Damit gibt er dem Leser das unbehagliche Gefühl, das etwas Wahres daran zu finden sei, denn niemand könnte mit Sicherheit sagen, das so etwas unmöglich ist.


(F.Birsching 2009)

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