David Garnett - Dame zu Fuchs

Vorgestellt von: Elisabeth H.

Dame zu Fuchs – David Garnett (Originaltitel: Lady into Fox; erschienen:1922)

Durch die Empfehlung einer Kollegin bin ich auf „Dame zu Fuchs“ gestoßen worden. Zunächst war ich allerdings etwas skeptisch, als sie mir erzählte worum es in diesem Buch geht - nämlich um eine Frau, die sich in einen Fuchs verwandelt. Ich dachte erst, dass mich so eine Geschichte nicht sonderlich begeistern könnte. Aber als ich dann die ersten Seiten gelesen hatte, änderte sich meine Meinung schnell, da das Buch unglaublich unterhaltsam geschrieben ist.

Von der ersten Seite an hat Garnett mich mit seinem typisch britischen Humor in seinen Bann gezogen und ich musste beim Lesen wirklich oft schmunzeln und innerlich kurz auflachen. Die Geschichte wird aus der Erzähler Perspektive erzählt und liest sich sehr schnell, da die Sprache in der Neuübersetzung von Maria Hummitzsch einfach gehalten ist.

Zunächst kurz zum Inhalt:

Die Geschichte handelt von einem jungen, frisch verheirateten Ehepaar, den Tebricks. Die beiden leben im ländlichen Oxfordshire. Eines Tages verwandelt sich Silvia Tebrick plötzlich auf einem geimeinsamen Spaziergang in einen Fuchs. Ihr völlig verwunderter Ehemann Richard nimmt seine Frau in ihrer neuen Gestalt auf den Arm und trägt sie nach Hause. Dort versucht er sie vor den Blicken der Angestellten zu schützen und entlässt diese kurzerhand. Er erschießt sogar ihre beiden Hunde, da sie wegen dem Geruch der Füchsin ständig angeschlagen haben. Richard kümmert sich rührend um seine Frau, bereitet ihr Mahlzeiten zu, badet sie und kleidet sie an, liest ihr vor und spielt sogar Karten mit ihr, da sie trotz ihrer neuen Gestalt zunächst an ihren alten Gewohnheiten festhält. Allerdings entwickelt seine Frau später immer mehr animalische Triebe, die das Zusammenleben der beiden deutlich erschweren und fast unmöglich machen.

Persönliche Meinung:

Das Buch hat mir wirklich sehr gut gefallen und ich kann es nur wärmstens weiter empfehlen. Es ist mit viel Humor erzählt und ist somit sehr unterhaltsam und kurzweilig. Die Geschichte lässt sich, wie ich finde auch als eine umgedrehte Eheparodie interpretieren. Die Verwandlung der Frau, die animalische Züge entwickelt, ist eine gute Skizzierung der Veränderungen im Zusammenleben von frisch Vermählten. In diesem Falle ist es nur nicht, wie so oft der Mann, der sich in ein Tier verwandeln zu scheint und animalische Züge entwickelt, sondern eben die Frau.

Geschichten über Menschen, die sich in Tiere oder andere Wesen (z.B. Vampire oder Werwölfe) verwandeln gibt es zwar viele, jedoch war dies die erste Geschichte, die ich gelesen habe, in der sich jemand in einen Fuchs verwandelt hat. Die Verwandlung der Frau hat mich ansatzweise auch an die Idee von J.K. Rowling in Harry Potter erinnert, bei der sich einige der Charaktere in Tiere Verwandeln können (Animagus).

Informationen zum Autor:

„Dame zu Fuchs“ war der erste Roman, den David Garnett unter seinem Namen veröffentlichte und er erhielt gleich mehrere Preise für dieses Werk. Garnett wurde am 9. März 1892 in Brighton geboren und war Schriftsteller, Buchhändler, Verleger und Kritiker. Daher lässt sich „Dame zu Fuchs“ auch als eine Kritik an der traditionellen Fuchsjagd in Großbritannien lesen.

Fazit: Ein Klassiker, der mich wirklich überzeugen konnte und gut unterhalten hat!

Drucken/exportieren
QR-Code
QR-Code dame_zu_fuchs (erstellt für aktuelle Seite)