Graham Greene: Das Attentat

vorgestellt von Claudia Hennemann

Ein Kriegsminister soll ermordet werden, damit durch seinen Tod die Gefahr eines Krieges steigt. Die Waffenindustrie erhofft sich dadurch satte Gewinne. Ein Handlanger namens Raven wird engagiert für diesen Auftragsmord.
Raven ist durch seine Hasenscharte gesellschaftlich verachtet und ein totaler Außenseiter. Allerdings stammt seine Gage aus einem Raubüberfall mit nummerierten Geldscheinen. Beim Bezahlen in der Pension fliegt er auf und muss fliehen.
Er trifft das Revue-Girl Anne Crowder auf seiner Flucht. Zunächst ist sie sehr naiv und voller Mitleid. Sie glaubt Raven seine Geschichte, will ihm helfen die Verschwörung aufzudecken und den Krieg zu verhindern. Im weiteren Verlauf der Geschichte entwickelt sie jedoch eine tiefe Abneigung gegenüber Raven und sie wird ihre Versprechen brechen müssen. Ihr Verlobter ist zufällig der ermittelnde Kommissar und ist Raven dicht auf der Spur. Raven sucht auf seiner Flucht verzweifelt die Auftraggeber, um diesen zu einem Geständnis zu zwingen.

Wer diese Verfolgungsjagd überlebt und ob der Krieg verhindert werden kann werdet ihr erfahren, wenn ihr dieses Buch zur Hand nehmt und es selber lest. Oder ihr müsst die Verfilmung „Die Narbenhand“ ansehen. Ich weiß aber nicht wie Nah der Film an der Originalvorlage des Buches ist.

Der britische Schriftsteller Graham Greene schaffte seinen großen Durchbruch mit dem Buch „Orient Express“. In Deutschland ist er vor allem bekannt durch sein Drehbuch zum Film „Der dritte Mann“.
Graham Greene war als Schriftsteller sehr beliebt. Dies sieht man zum Beispiel daran, dass fast jedes Buch verfilmt wurde und manche sogar mehrfach. Er gilt als der Autor mit den meisten Nominierungen für den Literaturnobelpreis, gewann ihn jedoch nie.

Ich habe „Das Attentat“ direkt nach „Maigret macht Ferien“ gelesen. Es war sehr interessant, diese beiden Kriminalromane hintereinander zu lesen und indirekt zu vergleichen.
In dem Buch „Maigret macht Ferien“ wird die Handlung chronologisch und nur aus der Sichtweise des Kommissars erzählt. Das Besondere am „Attentat“ ist, dass der Handlungsstrang aus verschiedenen Sichtweisen geschildert wird. Zum Teil wird ein und dieselbe Handlung auch aus mehreren Perspektiven erzählt.
So erlebt man mit Raven seinen Auftragsmord an einem Kriegsminister, der für ihn nichts mehr als ein Job ist.
Des Weiteren erleidet man mit Anne Crowder die Gewissenskonflikte, die sich aus ihrer Bekanntschaft mit Raven ergeben. Soll sie ihn als Mörder und Dieb auffliegen lassen oder ihm glauben und helfen den Krieg zu verhindern.
Ebenso steckt der Ermittler in einer verzweifelten Lage, da er davon ausgehen muss, dass seine Verlobte mit Raven kooperiert und ihn verlassen hat.
Gut gefallen hat mir die Erzählweise, da der Wechsel der Perspektiven gut gelungen ist und man sich an den meisten Stellen in die Konflikte und Entscheidungen der Personen hineinversetzen konnte.

Die schäbige, triste Atmosphäre, die doch sehr düsteren Charaktere sind absolut gelungen. Dennoch gefällt mir persönlich dieser Stil nicht besonders gut. Dies ist jedoch eine absolute Geschmacksfrage und keine Kritik an diesem Werk.

Überzeugend ist auch, dass die Geschichte, wenn sie etwas modernisiert werden würde immer noch aktuell ist. Der Auftragsmörder, der zum Spielball eines großen Wirtschaftskomplotts wird und verzweifelt versucht die Großen zu besiegen. Trotzdem hat mich dieses Buch insgesamt nicht komplett begeistern können. Bei mir blieben viele Fragen offen und einige Beweggründe und Entscheidungen der Personen waren für mich schlichtweg unlogisch.

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