David Boccaccio: Das Dekameron

Das von Boccaccio geschriebene Werk „Das Dekameron“ ist eine Sammlung von 100 Novellen. Geschrieben wurde dieses Werk aller Wahrscheinlichkeit nach zwischen 1350 und 1353. Die Rahmenhandlung des Dekamerons spielt sich im Sommer des Jahres 1348 in Florenz ab, wo sich sieben edelgeborene Frauen und drei junge Männer durch Zufall treffen und gemeinsam vor der dort wütenden Pest fliehen. Der Vorschlag der Flucht auf ein altes Landgut kommt von der ältesten der sieben Damen, Pampinea. Gemeinsam beschließen sie, um sich die Zeit zu vertreiben, sich gegenseitig Geschichten zu erzählen. An jedem Tag wird ein anderer der Gesellschaft zum König gewählt und hat für das Wohlbehagen und die Unterhaltung der übrigen zu sorgen. Pampinea als Königin des ersten Tages bestimmt, dass Nachmittags Geschichten erzählt werden sollen, und zwar sollte jeder der Zehn über den Stoff sprechen, der ihm am meisten zusagt. Am zweiten Tag, unter Philomenens Regierung, wird das Thema aufgegeben, von Leuten zu berichten, die nach verschiedenem Unheil am Ende doch an ein glückliches Ziel kommen. So vergeht die Zeit, indem sich die Gruppe mit Geschichten belustigt, um das Unheil der Pest zu verdrängen. Es kommen die unterschiedlichsten Geschichten dabei heraus, mit den unterschiedlichsten Themen und Pointen. Nach zehn Tagen und zehn mal zehn Novellen kehrt die Gruppe wieder nach Florenz zurück.

Von diesen 100 Geschichten hat Boccaccio nur die allerwenigsten erfunden. Die Stoffe der meisten Geschichten stammen aus arabischen, indischen, persischen, altfranzösischen und sonstigen Quellen. Aber Boccaccio gab ihnen erst ihre literarische Form, lokalisierte sie und erzählte sie mit einer Lebendigkeit, das dieses Buch mit seinen vielen Geschichten schon bald einen großen Leserkreis haben sollte. Eine der bekanntesten Geschichten des Dekamerons ist wohl die Geschichte der Philomena, die am ersten Tag erzählt wird. Sie erzählte die Geschichte von den drei Ringen, die später auch durch Lessing berühmt wurde, der diesen Inhalt für sein Buch „Nathan der Weise“ und seine berühmt gewordene Ringparabel nutze. Noch viele weitere Schriftsteller, die heute einen großen Namen haben, benutzten den Inhalt aus Geschichten des Dekamerons.

(Romana Frauzem)

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