Alexander Puschkin: Das Märchen vom Zaren Saltan und seinem Sohn, dem berühmten und mächtigen Heldenfürsten Gwidon Saltanowitsch und der wunderschönen Schwanenprinzessin

Vorgestellt von Sarah Solveig

„Das Märchen vom Zaren Saltan und seinem Sohn, dem berühmten und mächtigen Heldenfürsten Gwidon Saltanowitsch und der wunderschönen Schwanenprinzessin“ von Alexander Puschkin handelt wie es der Titel schon andeutet von dem Zaren Saltan. Dieser heiratet eine Jungfrau, die versprach ihm einen Heldensohn zu schenken, wenn sie Zarin werden würde. Dies geschieht dann auch, doch in der Abwesenheit des Zaren, da dieser sich im Krieg befindet. Eine Nachricht wird an den Zaren gesandt, die aber durch die beiden bösen und eifersüchtigen Schwestern der Zarin ausgetauscht wird. So erhält der Zar die Botschaft, dass seine Frau ein seltsames Wesen zur Welt gebracht hat. Saltan verlangt, dass nichts unternommen wird, bis er nicht zu gegen ist. Doch auch diese Nachricht wird von den bösen Schwestern ausgetauscht, so dass der Befehl erteilt wird, die Zarin und ihren Sohn in ein Fass zu sperren und ins Meer zu werfen. Nach einigen Jahren, in denen der Sohn gewachsen ist, können sie sich auf eine einsame Insel retten und aus dem Fass befreien. Der Zarensohn bastelt sich einen Bogen und Pfeile, um Nahrung zu beschaffen, und bekommt einen Kampf zwischen einem Schwan und einem Geier mit. Der Sohn erschießt den Geier, der ein Hexenmeister war und der Schwan gibt sich zum Dank als verwunschene Prinzessin zu erkennen. Als Mutter und Sohn am nächsten Tage erwachen, ist auf der Insel eine Stadt erstanden und der Sohn wird zum Fürsten Gwidon gekürt. Händler kommen an der Insel vorbei und werden zum Fest eingeladen. Sie erzählen dem Fürsten, dass sie zum Zaren Saltan unterwegs sind. Gwidon gibt Grüße mit und der Schwan hilft ihm seinen Vater zu sehen, in dem er ihn in eine Mücke verwandelt und Gwidon sich mit auf das Schiff schleichen kann. Bei dem Festbankett des Zaren Saltan fragt dieser, welche Wunder die Händler auf dem Meere gesehen hätten. Sie erzählen von einer Insel du zuerst kahl war und dann aus dem Nichts eine Stadt darauf errichtet wurde, zudem geben sie die Grüße des Fürsten weiter. Saltan möchte die Insel sehen, doch die Schwestern und die Schwiegermutter versuchen dies zu verhindern. Sie erzählen dem Zaren von größeren Wundern auf der Welt und bringen ihn so davon ab, die Insel und somit seinen Sohn zu besuchen. Gwidon, der als Mücke alles mit angesehen hat, sticht einer Schwester vor Wut ins Auge und kehrt zurück in seine Stadt. Dort berichtet er dem Schwan von dem erzählten Wunder und der Schwan schenkt es ihm. Dieses Szenario, mit den Händlern, dem Besuch des Zaren, den Schwestern und das dann erhaltende Wunder für die Insel, geschieht insgesamt dreimal. Beim letzten Mal handelt das Wunder von einer wunderschönen Prinzessin, die Gwidon unbedingt heiraten möchte. Der Schwan verwandelt sich daraufhin in diese Prinzessin und die beiden erhalten den Segen der Zarin. Irgendwann können die Schwestern und die Schwiegermutter den Zaren nicht mehr beeinflussen, nicht auf diese Insel zu fahren und sie reisen gemeinsam dorthin. Er lässt sich alles Wundervolle dort zeigen und erkennt letztendlich, dass seine Frau mit seinem Sohn dort lebt. Die Schwestern und die Schwiegermutter werden bestraft und nach Hause geschickt und die anderen feiern ein großes Fest.

Puschkin schrieb dieses Märchen in vierhebigen Trochäen nieder, um den Volkston zu imitieren. Er hatte zwei verschiedene Vorlagen und entwirrte den durcheinandergebrachten Inhalt beziehungsweise strich dazu erfundene Details. Er versuchte den volkstümlichen Charakter beizubehalten und dennoch eine künstlerische Note unterzubringen. Im Endeffekt ist dieses Märchen jedoch auch wenn es einen volkstümlichen Ursprung hat, mehr Kunst- als Volksmärchen. Dmitrij S. Mirskij: „Je älter man wird, umso mehr ist man geneigt, König Saltan als das Meisterwerk der russischen Dichtung anzusehen. Es ist reinste Kunst […], zugleich universale Kunst, die das sechsjährige Kind ebenso anspricht wie den sechzigjährigen belesenen Weisen […]“

Häufig wurde in der Vergangenheit auf Märchen herabgeschaut und von „ernsthaften und gebildeten“ Lesern verachtet. Märchen könnten höchstens Kinder Vergnügen bereiten und wären viel zu leicht. Doch meiner Ansicht nach kann man viel aus Märchen ziehen. Sie sind ein großes Kulturgut. Um es mit den Worten von Friedrich Panzer in seinem Geleit zu den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm zu sagen: „sie sind ein tausendjähriger Besitz, ein Erbe unvordenklicher Zeiten“. Märchen haben eine Bedeutung für uns, wecken Erinnerungen, geleiten uns in andere Welten, machen alles möglich und lassen Dinge wahr werden.

Sarah Solveig, 2014

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