Alexander Puschkin: Der Posthalter

Vorgestellt von Cosmica Falldorf
Wir kamen auf den Friedhof, einen kahlen Platz ohne Umzäunung, übersät von hölzernen Kreuzen, ohne ein einziges Bäumchen. Noch nie hatte ich einen so traurigen Friedhof gesehen.1

Es heißt man kann sich nicht aussuchen in wen man sich verliebt. Und das man seinem Herzen folgen soll. Ich stimme dem an sich schon zu, nur ist die Art und Weise wie man etwas tut, auch sehr wichtig und sagt viel über eine Person aus. In der Geschichte von Puschkin verlässt ein Mädchen ihr Elternhaus und lässt ihren Vater, den Posthalter, allein zurück um mit einem Mann, den sie kaum 2 Tage kennt, durchzubrennen.

Der sich auf der Durchreise befindende Mann, wurde vorher freundlich aufgenommen und wegen Krankheit in ihrem Haus gesund gepflegt. An dem Morgen, an dem es ihm besser geht und er weiter reisen möchte, bietet er an die Tochter ein Stück mitzunehmen. Nur bis zur Kirche, damit diese den Gottesdienst besuchen kann. Doch sie kehrt nicht zurück und der Vater hört nichts mehr von ihr, weiß nicht einmal ob sie noch lebt. Völlig verzweifelt macht er sich auf die Suche doch als er sie findet will sie ihn nicht sehen und er wird rausgeworfen. Er fährt zurück zu seinem Heim, betrinkt sich immer wieder, viele Jahre vor Kummer und stirbt letztendlich ohne seine Tochter noch einmal gesehen zu haben. Und dabei wäre das einzige was er gebraucht hätte, ein wenig Kontakt zu seinem Kind gewesen. Einige Zeit vergeht, die Tochter hat mittlerweile eigene Kinder, und sie möchte ihren Vater besuchen. Doch außer seinem Grab findet sie nichts mehr vor.

Die Geschichte ist aus der Sicht eines bekannten des Posthalters geschrieben, sodass man das Gefühl hat die Geschehnisse von oben herab zu betrachten. Und obwohl man sich mit keinem der Charaktere so wirklich identifizieren kann, fühlt man doch die tiefe Trauer des Vaters über den Verlust der Tochter. In der Erzählung wird die junge Frau oft als „Feine Dame“ beschrieben weil sie einen reichen Mann hat, gut aussieht und Feine Kleidung trägt. Doch ich finde Ihr Verhalten hatte nicht sehr viel „Feines“. Jeder Mensch sollte, bevor er etwas tut, über die Konsequenzen nachdenken denn wenn man diese außer Acht lässt, kann es schon einmal passieren das man einen Menschen, der immer für einen da war und der einen geliebt hat, verliert. Und wenn man seinen Fehler bemerkt, könnte es zu spät und der Mensch im schlimmsten Fall nicht mehr am Leben sein.


Quelle:
  1. Erzählungen aus dem alten Russland, Der Posthalter; Albatros/Pawlak Verlag; Alexander Puschkin; 9783881997577
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