Robert Arthur: Die drei ??? und das Gespensterschloss

Vorgestellt von Fabian Bestmann

Das Buch „Die drei Fragezeichen und das Gespensterschloss” erschien 1964 unter dem Originaltitel „Alfred Hitchcock and the Three Investigators in the Secret of Terror Castle“. Dabei stammt die Geschichte gar nicht von Hitchcock, sondern von Robert Arthur. Arthur und Hitchcock waren befreundet uns so erwarb der Autor sich das Recht, Hitchcocks werbewirksamen Namen für die Bücher zu nutzen. In Amerika erschienen die Werke im Random House Verlag. Als die Buchreihe 1968 nach Deutschland kam, wurden sie beim Franckh-Kosmos Verlag veröffentlicht. Dort erschien dann auch die deutsche Übersetzung der hier besprochenen Ausgabe „Die drei ??? und das Gespensterschloss“. Das Buch hat 144 Seiten. In Deutschland hat das Detektivtrio die wohl größte Fangemeinde. Gerade die Hörspiele sind sehr gefragt. Während bisher ungefähr 15 Millionen Bücher verkauft wurden, sind von den CDs ca. 41 Millionen über die Ladentische gegangen. Der Random House Verlag hat die Produktion der Reihe 1990 eingestellt. In Deutschland jedoch blieben die Fans treu und so kann die Serie bis heute fortgesetzt werden.

Robert Arthur wurde 1909 in einer US-amerikanischen Militärbasis auf den Philippinen geboren. 1969 starb er in Philadelphia. Ab 1911 lebte die Familie Arthur in den USA. Nachdem Robert seine Schulzeit absolviert hatte, wurden ihm Stipendien an einigen Militärakademien angeboten, da der Vater inzwischen als Professor für Militärwissenschaften unterrichtete. Robert entdeckte jedoch während der Schulzeit sein Talent für das Schreiben und wollte diesen Weg verfolgen. So dauerte es zwar noch einige Zeit, in der er viele verschiedene Jobs hatte und zwei Ehen durchstand, bis Random House ihm den Auftrag gab, die Detektivgeschichten zu schreiben, aber schlussendlich schrieb er in seinem kurzen Leben zehn ???-Romane, welche heute zu den Besten der Reihe gehören. Als ihm schon bewusst war, dass er aufgrund seines schlechten Gesundheitszustandes sterben würde, suchte er noch einen Nachfolger, der die Serie würdig würde fortführen können. Er fand ihn in Dennis Lynds.

Die drei Detektive Justus Jonas, Peter Shaw und Bob Andrews sitzen gerade in ihrer Zentrale, einem ausrangierten Wohnwagen, als sie einen Anruf von Alfred Hitchcock bekommen. Sie kennen den berühmten Filmemacher, der das junge Detektivbüro hin und wieder mit einem Auftrag betraut. Dieses Mal sollen sie für ihn ein Schloss ausfindig machen, das sich als Filmkulisse für einen Spukfilm eignet. Die Jungs sind Feuer und Flamme und machen sich umgehend an die Recherchearbeit. Dafür ist insbesondere der dritte Detektiv Bob Andrews zuständig. Er findet heraus, dass es ganz in der Nähe ein Schloss geben soll, in dem einst der Stummfilmstar Stephan Terril gelebt hat. Dieser kam, so heißt es, bei einem Selbstmord ums Leben, weshalb das Gebäude jetzt leer steht. Niemand hat es in all den Jahren benutzt, weder zum Wohnen, noch für andere Zwecke. Der Grund dafür ist ein angeblicher Fluch, der darauf lastet. Stephan Terril war unglücklich aus dem Leben geschieden, denn als die Stummfilmära vorüber war und die Menschen herausfanden, dass er mit einer hohen Stimme sprach und dazu noch lispelte, wurde er verhöhnt. Deshalb verfluchte er seinen Wohnort, bevor er starb. Seitdem scheint es darin zu spuken. Es gibt etliche Berichte von verängstigten Zeugen über ein blaues Phantom. Justus, der Kopf des Teams, will der Sache auf den Grund gehen. Noch am gleichen Abend der Entdeckung lassen sie sich zu dem Schloss fahren. Während Bob mit dem Chauffeur im Wagen bleibt, machen sich Justus und Peter auf Erkundungstour. Sie betreten die Vorhalle und erschrecken über ihr eigenes Echo, so gespannt sind ihre Nerven. Nachdem Peter glaubt, dass sie von einem Bild an der Wand mit echten Augen beobachtet werden, überkommt die beiden plötzlich ein tiefes Gefühl der Angst. Keiner kann sich erklären, warum, aber sie rennen mit einem Mal aus dem Schloss heraus, weil sie es nicht mehr aushalten. Später in der Zentrale ist Justus von diesem interessanten Phänomen gedanklich noch ganz in Anspruch genommen, als sie einen Anruf von einer fremden, röchelnden Stimme bekommen. Immer wieder sagt sie nur zwei Worte: „Weg bleiben!“. Wovon sie wegzubleiben haben, ist den Jungs sofort klar. Trotzdem besteht der erste Detektiv darauf, am nächsten Tag noch einmal zu dem Schloss zu fahren und es bei Licht zu betrachten. In Verbindung damit wollen sie den früheren Vertrauten und Agenten Terrils, Jonathan Rex, besuchen, um ihn zu dem Leben seines ehemaligen Klienten zu befragen. Nachdem Peter und Justus sich ein weiteres Mal zu dem Schloss aufgemacht haben, sehen sie zwei Personen, die sich offensichtlich in großer Hast von dem Schloss entfernen. Die eine lässt eine Taschenlampe mit den Initialen S und N fallen. Sie vermuten, dass es sich bei diesem Fliehenden um ihren Erzfeind Skinny Norris handelt. Als sie dann noch von einer Gerölllawine in einer Höhle verschüttet werden, haben sie Gewissheit, denn die Lawine hat sich nicht von allein gelöst. Das war ein Anschlag! Justus kann sich und seinen Freund zum Glück aus der beengenden Situation befreien. Die anschließende zweite Erkundung des Schlosses gibt keine neuen Hinweise, außer dass sie dieses Mal tiefer vordringen und später erneut den Punkt der Angst erleben, in Panik geraten, jetzt aber genau bestimmen können, ab wann die Angst wieder nachlässt. Bleibt noch der Besuch bei Jonathan Rex zu erwähnen. Er wohnt ganz in der Nähe des Schlosses. Es stellt sich heraus, dass er ein überaus netter Mann ist und den Jungs gern alles erzählt, was er über Stephan Terril weiß. Trotzdem stellt sich die Frage, ob er nicht noch mehr weiß, als er erzählt. Und was genau steckt hinter dem Spuk im Schloss? Bestimmt nichts Übernatürliches, denn daran glauben die drei Detektive nicht. Oder etwa doch?

Mir ist klar, dass „Die drei ???“ nicht zu den anspruchsvollen Literaturen unserer Zeit gehören, aber ich habe gerade diesen ersten Band mit in die Liste meiner wichtigen Klassiker aufgenommen, da er ein sehr gutes Beispiel für die Bücher ist, die Massen bewegen. Gerade so viele junge Menschen sind dadurch erst zum Lesen gekommen und haben Gefallen daran gefunden. Nur so konnten sie später auf die Bücher aufmerksam werden, die wir heute so schätzen und sprachlich wie inhaltlich deutlich anspruchsvoller sind. Außerdem besteht diese Buchreihe seit nun mehr 50 Jahren und bietet Jung wie Alt einen konstanten Rückzugsort aus dem Alltag. Denn wer kehrt an einem verregneten, stressigen Tag nicht gerne ins sonnige Rocky Beach zurück und begleitet Justus, Peter und Bob auf ihren Abenteuern? Hier geht es zum Buch: https://buchliesegang.buchhandlung.de/shop/article/24721412/robert_arthur_die_drei_und_das_gespensterschloss_drei_fragezeichen_.html

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