Arthur Conan Doyle: Eine Studie in Scharlachrot

Vorgestellt von Rebekka Koesling

Wer kennt sie nicht: Den berühmten Detektiv Sherlock Holmes und seinen Gefährten Dr. John Watson? Sie sind untrennbar miteinander verbunden, aber wie haben sich die beiden kennengelernt? Diese Geschichte wird in diesem Buch von Dr. John Watson niedergeschrieben und geht natürlich mit Mordfällen einher.

»Der scharlachrote Faden des Mordes verläuft durch das farblose Knäuel des Lebens, und unsere Pflicht ist es, ihn zu entwirren, zu isolieren und jeden Zoll davon bloßzulegen.«

Dr. Watson ist auf der Suche nach einer Wohnung in London. Durch einen Bekannten lernt er den exzentrischen Holmes kennen, der noch einen Mitbewohner sucht. Von vornherein stellt dieser klar, was für schlechte Eigenschaften er hat, so lässt es sich einfacher zusammen wohnen. Schnell ist es besiegelt und die beiden ziehen in die Baker Street 221 b. Dr. Watson ist fasziniert von seinen neuen Mitbewohner, der das Sonnensystem nicht kennt dafür aber alles über Zigarettenasche weiß. Für ihn ist nur das von Bedeutung, was er in seinen Beruf als Beratener Detektiv auch braucht, alles andere wird sogleich vergessen. Als Holmes zu einem Tatort gebeten wird, nimmt er Watson mit. Am Tatort verblüfft Holmes Dr. Watson immer wieder mit seinen Schlussfolgerungen oder wie Sherlock sagt Deduktionen. Die ermittelnden Detektivs Lestrade und Gregson sind nicht begeistert davon auf seine Kombinationsgabe angewiesen zu sein. Aber während Sie noch im Dunkeln tappen ist für Holmes schon einiges klar und der Fall ist fast gelöst.
Als ein zweiter Mord geschieht steht der Mörder für ihn endgültig fest. Um den Täter zu schnappen ist sein Einfallreichtum gefragt mit Dr. Watson Hilfe fassen sie den Täter in Anwesenheit der Ermittler und übergeben ihn der Polizei. Die Morde haben einiges an aufsehen in London erregt und als nun der Täter hinter Schloss und Riegel sitzt wird die Polizei hoch gelobt. Das Sherlock Holmes den Fall fast gänzlich alleine gelöst hat interessiert niemanden.
»Das ist das Ergebnis unserer Studie in Scharlachrot – den beiden eine Auszeichnung zu verschaffen!«

Rebekka Koesling, 25.02.2012, 00:33

Vorgestellt von M. W.

Sherlock Holmes. Take one!

Der Fall: Ein Mann in einem verlassenen Haus: tot. Keine ersichtliche Todesursache trotz des Blutes auf dem Boden. Ein Ehering in der Westentasche. An der Wand mit Blut geschrieben das Wort: Rache.

So beginnt das Zusammenleben Doktor John H. Watsons mit Sherlock Holmes. Als wäre Holmes nicht schon interessant genug mit seinen Kenntnissen in Sachen Gift, den gelegentlich auftretenden Tagen voller Trübsal, seinen eigentümlichen Gedanken, so scheint es kein ruhiges und ereignisloses Beisammensein für die beiden zu geben.

Die Tat an sich und auch der Hintergrund des Opfers sowie Täters sind zwar recht spannend, aber unterhaltsam ist einzig und allein der (allseits bekannte) Sherlock Holmes. Sein an manchen Stellen kindliches Verhalten steht in völligem Gegensatz zu seinem herausragenden Wissen über die menschliche Anatomie und menschliches Verhalten. Auch die Art wie er sich dieses Wissen angeeignet hat, ist besonders erheiternd. Um zum Beispiel festzustellen, ob und wie weit Wundmale noch nach dem Tod erzeugt werden können, hat er Leichen in den Sezierräumen in der Universität mit einem Stock geschlagen. Wie er überhaupt Zutritt zu der Universität bekam, ist ebenso unklar, wie sein beruflicher Stand(zu Beginn). All sein Wissen stammt aus Experimenten, an sich selbst getestet oder an eben diesen ‚wehrlosen‘ Leichen, und dieses Wissen variiert ebenso in Themenbereichen wie seine gegensätzlichen Charaktereigenschaften.

Seite 27, etwas abgewandeltes Zitat: Eine von Watson erstellte Liste:

„Sherlock Holmes - seine Grenzen

  1. Kenntnisse in Literatur: Null.
  2. Kenntnisse in Philosophie: Null.
  3. Kenntnisse in Politik: Schwach.
  4. Kenntnisse in Botanik: Gifte - ja. Praktische Gärtnerei - nein.
  5. Kenntnisse in Geologie: Verwendbar, aber begrenzt.
  6. Kenntnisse in Chemie: Umfassend.
  7. Kenntnisse in Sensationsliteratur: Ungeheuer. Er scheint jede Einzelheit jeder in diesem Jahrhundert begangenen Schreckenstat zu kennen.
  8. Er ist ein geübter Degenfechter sowie Boxer.
  9. Er kennt sich gut mit britischen Gesetzen aus.“

Auch seine Ansichten über das Gedächtnis und das dadurch resultierende Wissen eines Menschen halte ich für bedeutsam:

Seite 26 „[…] ich bin der Meinung, dass das Hirn eines Menschen ursprünglich wie eine kleine leere Dachkammer ist, die man mit dem Mobiliar versehen muss, das einem genehm ist. Ein Narr nimmt allen Plunder auf, über den er stolpert, so dass das Wissen, das ihm nützen könnte, von der übrigen Menge verdrängt oder bestenfalls von all den anderen Dingen verstellt wird, so dass er es schwerlich erfassen kann. Der geschickte Arbeiter dagegen wird sehr sorgsam mit jenen Dingen umgehen, die er in seine Hirnmansarde holt. Er nimmt nur jene Werkzeuge auf, die ihm bei seiner Arbeit helfen können […] Es ist ein Irrtum, anzunehmen, dieser kleine Raum habe elastische Wände und sei beliebig dehnbar. […] Es ist daher von größter Wichtigkeit, dass nicht nutzlose Fakten die nützlichen verdrängen.“

Das Besondere und Einnehmende an Doyles Romanen sind meiner Meinung nach die Charaktere (Holmes + Watson) und die Dialoge. Alles andere ist Nebensache. Wer also einen leichten Krimi mit besonderen Protagonisten sucht, wird hiermit viel Spaß haben.

M. W. (2013)

Vorgestellt von Alberich

Dies ist der erste Auftritt des wohl bekanntesten Detektivs Englands. Das Buch erschien erstmals 1887 mit dem Titel A Study in Scarlet.

Zuallererst lernt man den lieben, guten Doktor Watson kennen, der als Erzähler und Person auftritt. Gleich zu Beginn wird er mit Holmes bekannt gemacht, da Watson eine Wohnung für sich sucht und Holmes eine Wohngemeinschaft anbietet. Überrascht, wie dieser seltsame Mann wissen kann, der Watson noch nie gesehen hat, dass dieser gerade aus dem Krieg zurückgekehrt ist und auch andere Dinge in Sekundenbruchteile bemerkt, fasziniert und verblüfft Watson. Es dauert nicht lange und er hängt mit Holmes an einem Fall, der nahezu unlösbar wirkt. Holmes hat das Rätsel bereits gelöst, muss aber noch Beweise sammeln und ein Geständnis des Täters herbeiführen, wodurch die Aufklärung doch drei Tage ruhen muss.

Schon allein, wie der Erzähler im Geschehen mit eingebunden ist vergnügt den Leser. Dass Watson unverblümt seine Erkenntnisse mitteilt und Scherze aus Holmes Richtung erträgt, machen alles noch angenehmer. Skurrile Situationen kreuzen einen normalen Alltag, sodass keine Langeweile aufkommt. Einzig, eine länger Passage kühlt die Lesefreude etwas ab. Eine Geschichte in der Geschichte, die dennoch von Bedeutung ist, da sie dem Leser Aufschluss über das Motiv des Täters gibt.

Beachtlich ist jedoch, dass Sir Arthur Conan Doyle Methoden der Aufklärung von Verbrechen beschreibt, die zu seiner Zeit noch weitgehend unbekannt waren. Sherlock Holmes, ein Meilenstein für die Kriminalistik und die Leserschaft.

Alberich (2013)

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